Nach der tödlichen Schuss-Attacke in einem Kiewer Supermarkt rückt neben den Hintergründen der Tat nun auch das Verhalten der Polizei in den Fokus. Ein Video vom Tatort, das zigfach in den Sozialen Medien geteilt wurde, sorgt einen Tag später für Kritik.
Am Samstag wurden fünf Zivilisten getötet, der Angreifer nach einer Geiselnahme von Einsatzkräften erschossen. Insgesamt sprechen die Behörden von mindestens sechs Toten und mehr als einem Dutzend Verletzten. Die Tat wird als Terroranschlag eingestuft, ein politisches Motiv oder ein Zusammenhang mit der seit vier Jahren laufenden russischen Invasion ist aber weiter unklar.
Das Video zeigt zwei Polizisten bei einem kleinen Buben. Als Schüsse fallen, laufen die Beamten davon und lassen das Kind allein zurück. Der Bub kann kurz darauf fliehen und entkommen, ein Mann in unmittelbarer Nähe wird jedoch getroffen.
Innenminister Ihor Klymenko kündigte ein Dienstaufsichtsverfahren an. "Dienen und schützen ist nicht nur eine Losung", mahnte er auf Telegram. Dies müsse mit Professionalität einhergehen – gerade in kritischen Situationen, wenn das Leben von Menschen auf dem Spiel stehe.
Der 58-jährige Schütze wurde in Moskau geboren, besaß jedoch seit Langem die ukrainische Staatsbürgerschaft und hatte eine Erlaubnis für die Tatwaffe.