Polleres nach Silber: "Ein unglaubliches Gefühl!"

Michaela Polleres
Michaela PolleresGEPA
Emotion pur bei Michaela Polleres! Bei ihrer Olympia-Premiere holte die 24-Jährige Silber, kämpfte danach mit den Tränen.

Erst im Finale musste sich die Niederösterreicherin in der Klasse bis 70 Kilo der zweifachen Weltmeisterin Chizuru Arai nach einer Waza-Ari-Wertung geschlagen geben. Unmittelbar nach dem Showdown war es für Polleres ein Wechselbad der Gefühle. Großartige Kämpfe, am Ende die Medaille. Die Freude über das erste Olympia-Silber für Österreich nach Claudia Heill 2004 kannte dann keine Grenzen.

"Ich kann es noch nicht glauben", jubelte Polleres, die mit den Tränen kämpfte. "Ich weiß noch nicht, wie ich es in Worte fassen soll. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe bis zum Schluss gekämpft, gegen schwere Gegnerinnen durchgehalten. Ich hatte Selbstvertrauen und glaubte daran, dass ich es schaffen kann."

Selbstvertrauen nach WM-Bronze

Der Wettkampf-Tag war für sie nicht nur emotional, sondern auch eine Belastung für die Nerven. "Ich war am Anfang sehr nervös. Das hat sich dann aber gelegt. Ich habe die Ruhe bewahrt, mich im Finale richtig auf das Kämpfen gefreut." Auch gegen Arai zeigte sie eine starke Leistung, musste sich nur knapp geschlagen geben. "Bronze bei der WM hat gezeigt, dass ich jeden schlagen kann. Das hat mir richtig viel Selbstvertrauen gegeben", meinte Polleres nach dem Finale.

Die Final-Gegnerin von Polleres musste in ihrem Halbfinale viel Substanz aufwenden, um in den Showdown einzuziehen. Gegen die Russin Madina Taimasowa stand sie 12:41 Minuten auf der Matte. Die Begegnung wurde im Golden Score erst entschieden, als die Japanerin ihre Kontrahentin kurz bewusstlos würgte. Zum Glück blieb die Aktion mit einem langen Festhalte-Griff ohne Folgen, dennoch wankten beide sichtlich gezeichnet von der Matte.

Dritte Medaille für Österreich

Für Polleres egal, für sie war es die erste Teilnahme an den Olympischen Spielen – bei der sie gleich eine großartige Leistung zeigte, die sie mit Silber krönte. Im Halbfinale setzte sie sich gegen Sanne van Dijke aus den Niederlanden durch – die Nummer drei der Judo-Weltrangliste. Zuvor räumte sie die Kroatin Barbara Matic von der Matte.

Für Österreich ist es die dritte Medaille bei den Spielen in Japan. Anna Kiesenhofer holte völlig überraschend im Damen-Straßenrennen Gold. Ebenso überraschend sicherte sich Shamil Borchashvili Bronze im Judo-Bewerb der Herren in der Klasse bis 81 Kilo. Der gebürtige Tschetschene konnte auch am Tag nach seiner Medaillen-Sensation sein Glück kaum in Worte fassen. "Ich habe kaum geschlafen, so viele Nachrichten bekommen. Sogar von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz", freute er sich.

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