"Peinlich, erbärmlich"

Polster zu Rapid: "Hofmann hat sich disqualifiziert"

"Oaschlecha", "Huansberzirk", "oaschwoame Veilchen" – so "feierte" Rapid den Derby-Sieg. Jetzt spricht Austria-Ikone Toni Polster Klartext.

Sport Heute
Polster zu Rapid: "Hofmann hat sich disqualifiziert"
Polster: "Die Entschuldigung ändert nichts."
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Dieses Wiener Derby dauert länger als 90 Minuten.

Co-Trainer Stefan Kulovits und fünf Rapid-Stars stimmten nach dem 3:0-Sieg im Derby gegen die Austria am Sonntag unter dem Block West homophobe Gesänge mit den Rapid-Ultras an.  

Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann bezeichnete den Erzrivalen zuvor ins Megafon brüllend als "Oaschlecha". Er entschuldigte sich dafür, die Austria nahm das zur Kenntnis.

Rapid-Präsident Alexander Wrabetz verurteilte am Tag darauf die homophoben Gesänge. "Das soll bei Rapid keinen Platz haben." Konsequenzen gab es im Verein vorerst nicht. 

Liga-Anzeigen, Grüll-Rapport

Es drohen aber Sanktionen. Die Liga leitete Anzeigen gegen Rapid, Hofmann, Kulovits und die fünf Rapid-Spieler ein. Hauptsponsor Wien Energie distanzierte sich gegenüber "Heute" von den Vorfällen. Und Marco Grüll musste bei Werder Bremen, wo er im Sommer anheuert, bereits zum Telefon-Rapport.  

"Oaschlecha", "Huansbezirk", "oaschwoame Veilchen" – das waren die untergriffigen Beschimpfungen von Rapid-Offiziellen und fünf Spielern in Richtung Austria.

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    Das 342. Wiener Derby – die besten Fotos
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    Polster: "Nicht zu entschuldigen"

    Austria-Ikone Toni Polster (119 Tore in 145 Spielen, drei Mal Meister mit der Austria) spricht gegenüber "Heute" jetzt Klartext zu den Vorfällen. "Peinlich, erbärmlich", sind die ersten Worte, die Polster dazu einfallen.

    "Was hier geschehen ist, darf bei so einem großen Klub nicht passieren. Rapid ist ein großartiger Klub. Diese Aussagen dürfen einem Geschäftsführer und Trainer nicht passieren. Das ist nicht zu entschuldigen."

    Hofmann hat sich damit selbst disqualifiziert
    Toni Polster
    Austria-Ikone

    Dass sich Hofmann bei Manuel Ortlechner entschuldigt hat, hat Polster registriert.

    "Das ändert nichts. Er muss sich vorher überlegen, was er sagt. Sich danach hinzustellen und zu sagen: ,Tut mir leid!' Das ist zu wenig. Diese Aussagen darf er in seiner Funktion niemals tätigen. Er hat sich damit selbst disqualifiziert."

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      Rapid-Fans nach dem Schlusspfiff am Rasen. 
      Rapid-Fans nach dem Schlusspfiff am Rasen.
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      Ich habe nie einen Rapidler gehasst
      Toni Polster
      Austria-Ikone

      Laut Polster liegt der Ball jetzt bei Rapid.

      "Sie müssen die Konsequenzen ziehen." Nachsatz: "Ich bin ein Erz-Austrianer, aber es wäre mir nie eingefallen, einen Rapidler zu schimpfen. Ich habe auch nie einen Rapidler gehasst."

      Polster ist aktuell Trainer bei der Wiener Viktoria, die am Dienstag ein neues Logo vorstellte. "Wir würden auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen", stellt Poster klar. 

      "Wir bei der Viktoria wollen auch gewinnen, aber nicht um jeden Preis", sagt der Ostliga-Coach. "Mir als Trainer ist wichtig, dass sich die Spieler respektieren. Ich dulde es nicht, dass sie aufeinander losgehen, es muss alles im Rahmen bleiben. Oft tut es weh, wenn man einem richtig Guten eine Denkpause verpassen muss. Man darf sich aber nicht die Gemeinschaft kaputt machen lassen."

      Klaus Pfeiffer

      Auf den Punkt gebracht

      • Rapid feiert den Derbysieg mit beleidigenden und homophoben Gesängen, Geschäftsführer Hofmann, Co-Trainer Kulovits und fünf Spieler sind mit dabei
      • Austria-Legende Toni Polster verurteilt die Vorfälle als peinlich und erbärmlich und fordert Konsequenzen sowie Selbstreflexion von Rapid
      • Sowohl die Liga als auch der Hauptsponsor haben auf die Vorfälle reagiert, während Polster als Trainer betont, dass Respekt und Fairness im Fußball wichtig sind
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