Hilfsbereitschaft ausgenutzt

"Porsche-Fahrer" zockte mit Notlage-Schmäh Opfer ab

Mehr als 70 Opfer, über 20.000 Euro Schaden: In der Wiener City soll ein Mann hilfsbereite Passanten übers Ohr gehaut haben. So lief sein Trick.
Wien Heute
22.07.2026, 20:55
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Ehrliches Gesicht, überzeugende Schauspielleistung, viel kriminelle Energie: Monatelang soll ein Kroate (41) in Tiefgaragen und Shops in der Wiener City Passanten angesprochen und ihnen Geld aus der Tasche gelockt haben. Er habe sich aus seinem Auto ausgesperrt, Handy sowie Geld und Ausweise darin eingesperrt, so sein Schmäh. Nachdem er aber dringend zu einem Termin nach Salzburg müsse, brauche er nun Geld für die Zugfahrt und das Hotel.

Opfer halfen mit bis zu 600 Euro aus

Reihenweise gingen die hilfsbereiten Opfer dem charmanten Verdächtigen auf den Leim, borgten ihm laut Polizei zwischen 100 und 600 Euro. Die versprochene Rückzahlung blieb freilich aus. Seit Mitte April soll der Mann über 70 Delikte begangen und so rund 20.000 Euro ergaunert haben – mindestens.

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Der Verdächtige soll dabei laut Polizei sehr geschickt vorgegangen sein. So habe er sich in den Tiefgaragen neben hochpreisige Fahrzeuge gestellt und so getan, als ob es sich um sein Auto handeln würde. "Der Mann platzierte sich meist neben Autos der Marken Porsche oder Tesla und rüttelte dann augenscheinlich verzweifelt an den verschlossenen Türen", so eine Polizeisprecherin zu "Heute".

In manchen Fällen soll er sogar nach einem Nothammer gefragt haben, mit dem er "sein" Auto aufbrechen könne. So weit kam es aber nie. Bereitwillig borgten die hilfsbereiten Opfer dem Gauner mit Oscar-verdächtigem Schauspieltalent Hunderte Euro.

Nun fiel aber die letzte Klappe für den Verdächtigen, der immer in denselben Geschäften und Tiefgaragen auf Opfer lauerte: Die Polizei legte sich auf die Lauer und erwischte den schließlich Kroaten in flagranti, als er mit einem weiteren hilfsbereiten Opfer aus der Tiefgarage am Beethovenplatz spazierte. Gemeinsam waren sie gerade auf dem Weg zum Bankomaten, als die Beamten einschritten und dem Verdächtigen Handschellen anlegten.

Polizei vermutet "erhebliche Dunkelziffer"

Die Ermittler gehen davon aus, dass es zahlreiche weitere Opfer gibt: "Da aufgrund der bisherigen Ermittlungen des Stadtpolizeikommandos Landstraße von einer erheblichen Dunkelziffer weiterer bislang nicht angezeigter Straftaten auszugehen ist, veröffentlicht die Wiener Polizei über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien Lichtbilder des Beschuldigten", so die Polizeipressestelle am Dienstag.

Wer auf den Verdächtigen hereingefallen ist, soll sich bei der Polizei melden unter 01/31 310 – 58 252.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.07.2026, 21:57, 22.07.2026, 20:55