Erst wurde Mark K. (Anm. Name geändert) von seinem eigenen Zustellfahrzeug am Rücken getroffen, wenig später verlor er seinen Job. Der ehemalige Postler aus dem Salzburger Oberpinzgau kann die Entscheidung seines früheren Arbeitgebers nicht nachvollziehen. Die Post wiederum erklärt, für die Kündigung habe es weitere Gründe gegeben.
Der Vorfall ereignete sich laut "Kronen Zeitung" im Frühjahr in K.s Zustellgebiet in Hollersbach. Auf einer leicht abschüssigen Straße stellte er seinen elektrisch betriebenen Kleinbus ab.
"Es sind einige Häuser in Hanglage dabei. Ich habe die Post noch für zwei Adressen sortiert und wollte vorn um das Auto herumgehen", schildert der ehemalige Zusteller gegenüber der Tageszeitung.
Plötzlich setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Mark K. wurde vom Transporter am Rücken getroffen. "Ich habe einen Stoß gespürt und mich zuerst nicht ausgekannt, was jetzt passiert", erklärt er in der "Krone".
Nach seinen Angaben war die Handbremse angezogen. Der Zusteller vermutet ein Problem mit dem Elektrofahrzeug. Besonders aufmerksam wurde er deshalb, als auch aus der Steiermark ein Fall bekannt wurde, bei dem eine Zustellerin von einem davonrollenden E-Auto verletzt worden war.
Mark K. schaffte es nach dem Zusammenstoß noch, in den Transporter zu springen. Die Bremsen hätten anschließend allerdings nicht mehr richtig reagiert. Bei der Zustellbasis in Hollersbach gelang es ihm schließlich, den Wagen abzustellen, heißt es in dem Bericht weiter.
Der Postler ging nach dem Vorfall selbstständig zum Arzt. Dort wurden Rippenprellungen festgestellt. Die Verletzungen führten zu einem mehrwöchigen Krankenstand.
"Beim Zustellen muss man auch schwere Pakete bewegen. Das war mit meiner Verletzung nicht möglich", sagt K. in der "Krone".
Von seinen Vorgesetzten hätte sich Mark K. nach dem Vorfall mehr Verständnis erwartet. Stattdessen erhielt er schließlich die Kündigung. Konkrete Gründe seien ihm darin nicht genannt worden. Auch über mögliche Mängel am Fahrzeug habe er nichts erfahren.
"Hätte ich trotz Schmerzen die Zähne zusammenbeißen sollen?", fragt sich der ehemalige Mitarbeiter.
Weil K. weniger als sechs Monate für das Unternehmen gearbeitet hatte, gestaltet sich arbeitsrechtliche Unterstützung für ihn schwierig. Auch vom Betriebsrat habe er bisher keine Antwort erhalten. "Auch vom Betriebsrat der Post habe ich bis heute keine Antwort bekommen", erklärt er in der "Krone".
Die Post stellt den Fall in der Tageszeitung aber anders dar. Laut einem Sprecher habe es neben dem Vorfall weitere Gründe für die Trennung gegeben. Unter anderem seien die Vorstellungen über die Arbeitsleistung unterschiedlich gewesen.
Probleme mit den Bremsen der eingesetzten Elektrofahrzeuge seien dem Unternehmen nicht bekannt.
Die Post verweist auf die Vorgaben beim Abstellen der Fahrzeuge: "Vorgaben sind einzuhalten. Das Auto muss sicher stehen, bevor die Handbremse getätigt werden kann", so der Sprecher zur "Krone".