Eine saftige Kopfnuss von einem tonnenschweren Wal - was für Moby-Dick-Fans seit Langem zum Szenario gehört, wurde jetzt erstmals mit der Kamera festgehalten.
Ein Team der Universität St. Andrews in Schottland filmte mit Drohnen Pottwale vor den Küsten der Azoren und Balearen. Dabei wurden sie Zeugen von überraschenden Zusammenstößen unter den Tieren.
Laut spiegel.de sind in den Aufnahmen Jungtiere zu sehen, die aufeinanderprallen, mal Kopf an Kopf, manchmal auch ein Rammen gegen den Körper. Wie heftig diese Stöße sein können, zeigt ein Blick auf die Maße: Ausgewachsene Pottwale wiegen bis zu 60.000 Kilo und werden bis zu 18 Meter lang.
Warum die Riesensäugetiere sich gegenseitig rammen, ist noch unklar. Es könnten Rangeleien oder Konkurrenzkämpfe unter männlichen Tieren sein. Denkbar ist auch, dass junge Tiere, die sich aggressiv verhalten, aus der Gruppe ausgeschlossen werden.
Pottwal-Angriffe gegen Menschen sind übrigens extrem selten. Der Roman Moby-Dick wurde aber tatsächlich von einem echten Vorfall im 19. Jahrhundert inspiriert, bei dem ein Pottwal ein Waljägerschiff rammte und versenkte.
Der Pottwal lebt in der Tiefsee und besitzt das schwerste bekannte Gehirn. Seine Laute sind noch in fünf Kilometern Entfernung messbar. Und Ambra, ein Darmprodukt des Pottwals, ist in der Parfümherstellung begehrt - der Handel damit ist aber verboten, da die Tiere als gefährdet gelten.