Statt Beton und Autos unter einer Abgasglocke stünde der Zweierlinie zwischen Karlsplatz und Universitätsstraße eine begrünten Klima-Prachtstraße gut zu Gesicht, finden die Grünen. Im aktuellen Bau der U-Bahnlinie liege darum eine große Chance. Eine "Jahrhundertchance", wie die Grünen meinen. Die Chance zur Umgestaltung sollte man nutzen: Die Grünen wollen mehr Bäume, Abkühlung und weniger Autos für die Zweierlinie.
Die Straße solle in Richtung klimagerechte Zukunft umgestaltet werden. Die Gefahr, dass die Chance verschlafen würde, verorteten die Grünen unlängst bei der SPÖ. "Die SPÖ schmückt sich gerne mit der lebenswertesten Stadt der Welt. An der Zweierlinie ist davon nichts zu merken. Alle wissen, dass die Klimafrage die große soziale Frage der kommenden Jahre und Jahrzehnte ist. Wir müssen heute die klimasoziale Stadt für morgen planen – für die Menschen und mit den Menschen!", so Judith Pühringer, Grüne Co-Vorsitzende.
Die Wiener sollten bei so einer wichtigen Entscheidung mitten in ihrer Stadt mitreden dürfen. Dazu der grüne Landesparteivorsitzende Peter Kraus: "Die Stadtregierung will diese Causa verstecken. Eine Bürger:innenbeteiligung fehlt komplett. Vielmehr sind bereits Geheimpläne in Umlauf, die leider gar nichts Gutes für die Zukunft verheißen. Statt Ambition, Begrünung und echtem Klimaschutz will die SPÖ schnurstracks zurück in die 1970er." Um das zu verhindert, starten die Grünen Wien am Dienstag eine Umfrage.
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In anderen europäischen Metropolen habe man die Chance genutzt und aus unattraktiven Autobahnen begrünte Stadt-Boulevards gemacht. Paris und Barcelona hätten beispielsweise dadurch gewonnen. Kraus appelliert: "Für aktiven Klimaschutz braucht Wien mehr Mut – bei der Zweierlinie in Form von 350 neuen Bäumen, üppiger Begrünung und einer neuen Verteilung der Oberfläche. Warum werden die Bewohner:innen der Stadt nicht einfach gefragt, ob sie diesen natürlichen Klimaanlagen den Vorrang geben wollen?"
Die Grünen erinnern in diesem Zusammenhang an eine Umfrage vor der Umgestaltung der Mariahilfer Straße. Vor zehn Jahren wurden die Wünsche der Wiener erstmals im großen Stil abgefragt – und das Ergebnis ist heute eine begrünte, verkehrsberuhigte Flanierzone. Aktuell würden auch Erhebungen zur Gumpendorfer Straße und zum Naschmarktparkplatz zeigen, "dass die Bevölkerung wesentlich weiter ist als die rote Stadtregierung."
Hier geht’s zur Umfrage: wien.gruene.at/zweierlinie-umfrage
Judith Pühringer lädt darum alle Interessierten ein, "an unserer Umfrage teilzunehmen und ihre Wünsche zu deponieren. Bäumen wir uns gegen das Alte Denken auf und gestalten wir die Zweierlinie neu – grün, klimafit und attraktiv für alle!"