Signa-Debakel

Prämien für Benko-Vorstände mehr als verzehnfacht

1 Milliarde Euro Minus machte die Signa Prime des Tiroler Immo-Tycoons 2022. Trotzdem gab es fette Boni fürs Management.

Angela Sellner
Prämien für Benko-Vorstände mehr als verzehnfacht
René Benkos Immobilien- und Handelsimperium Signa ist schwer ins Strudeln geraten.
Robert Haas / SZ-Photo / picturedesk.com

Rund um die Schieflage der Signa-Gruppe des Tiroler Immo-Tycoons René Benko kommen immer mehr Details ans Licht. So ist seit dem 4. November der Konzernabschluss 2022 der Signa Prime Selection, in der die Luxus-Immobilien der Gruppe gebündelt sind, im Firmenbuch hinterlegt. 

Über 1 Milliarde Euro Verlust

Aus dem Dokument ist klar ersichtlich: Das Jahresergebnis der Signa Prime drehte 2022 ins Minus, und zwar beträchtlich: Nachdem es 2021 noch einen Gewinn vin rund 700 Millionen Euro gegeben hatte, kam es infolge von Abwertungen der Immobilien in Höhe von 1,165 Milliarden Euro 2022 zu einem negativen Jahresergebnis von 1,019 Milliarden Euro.

Nicht genug Cash

"Problematischer ist jedoch die Cash-Flow-Entwicklung als jener Kennzahl, welche die Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen widerspiegelt sowie der Anstieg von Tilgungsverpflichtungen für Kredite", sagt Gerald Zmuegg, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Finanzombudsteam, zu "Heute". So habe es zwar aus dem operativen Geschäft einen positiven Cash-Flow von 200 Millionen Euro gegeben - dieser hätte aber bei weitem nicht gereicht, um die vereinbarten Kreditrückzahlungen von 684 Millionen Euro zu erfüllen. Die Kapitalerhöhung über 750 Millionen Euro im Vorjahr sei also für Signa überlebensnotwendig gewesen, so Zmuegg.

Hohe Kredit- und Zinsverpflichtungen

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2023 wurden rund 1,350 Milliarden Euro an Rückzahlungen für Bankkredite und Anleihen angesetzt. Zusätzlich sind Zinsaufwendungen für das Gesamtjahr von knapp über 300 Millionen Euro fällig, geht aus dem Finanzbericht hervor. 

Auch für die Folgejahre 2024 bis 2027 werde hohe Tilgungsverpflichtungen (insgesamt knapp 1,3 Milliarden Euro) und Zinsbelastungen (knapp 1 Milliarde Euro) ausgewiesen.

Für den aktuellen Kapitalbedarf der Signa sieht Zmuegg die wiederholt kolportierten rund 400 Millionen Euro als "Untergrenze".

19,1 Millionen Euro Prämien

Erstaunlich: Die Finanz-Turbulenzen des Signa-Imperiums hat keine Auswirkungen auf die Prämien der Vorstände. So wurden im Verlustjahr 2022 laut dem Jahresbericht an die Signa-Vorstände Prämien in Höhe von insgesamt 19,1 Millionen Euro ausbezahlt. Im Jahr davor, 2021 (als Signa Prime noch Gewinne schrieb), waren es nur 1,7 Millionen Euro. Eine mehr als Verzehnfachung also. Es waren aber nicht etwa mehr Vorstände zu bedenken: "Deren Anzahl blieb gleich", so Zmuegg. "Die Prämien dürften sich jedenfalls nicht am Jahresergebnis ausrichten", kommentiert Zmuegg. 

Die Aufsichtsräte durften sich für 2022 über Prämien von in Summe knapp 1 Million Euro freuen.

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