"Alles geht mit Brachialgewalt durch die Decke", sagt Klaus Hraby, Chef des Eferdinger Sauergemüseherstellers, im Gespräch mit "Heute". Die Folgen der angespannten Situation könne man nicht wegpuffern. "Wir fahren auf der letzten Rille."
Die bittere Konsequenz für Konsumenten: Konserven sind im Lebensmittelhandel jetzt um bis zu 30 Cent teurer. Und es kommt noch einmal hart: Zu Jahresende muss Hraby die Preise wieder erhöhen.
Der Geschäftsführer, der jährlich an die 94.000 Tonnen verarbeiten lässt, kämpft seit Monaten an mehreren Fronten: "Der Strompreis etwa hat sich verachtfacht." Dazu kommen um 20 Prozent höhere Transportkosten.
Vorübergehend drohte auch ein Engpass bei Konservengläsern: Das ukrainische Werk eines Efko-Zulieferers wurde zerstört.
Wegen des Kriegs musste das Unternehmen zudem auf ein Viertel der eigentlich benötigten 1.300 Erntehelfer verzichten. Das ungewöhnlich warme Wetter erschwerte die Lage zusätzlich, das Gemüse war deutlich früher reif.
„"Gurkerl-Ernten klingt profan. Man muss es aber auch können". Efko-Chef Klaus Hraby“
Der Produzent griff für die Ernte, die noch bis Ende August dauert, zum Teil auf schlechter geschultes Ersatzpersonal zurück. "Gurkerl-Ernten klingt profan. Man muss es aber auch können", betont Hraby.
Die heißen Nächte brachten den Geschäftsführer zusätzlich ins Schwitzen: Gurken wachsen im Dunkeln, durch die anhaltende Hitze wurden sie heuer häufig zu groß. "Die sind schwerer zu vermarkten als die beliebten kleinen", erklärt Hraby.
Erschwerend kommt hinzu, dass die anhaltende Dürre Kraut und Roten Rüben zusetzt.
Auch bei Efko ist Personal Mangelware: Die Firma sucht 45 Mitarbeiter für seine Standorte, von Elektrikern über Schlosser bis zu IT-Kräften. 16 davon werden alleine in Eferding benötigt.