LGBTQ-Protest

Pride trotz Verbot – Massenfestnahmen in Istanbul

Wirbel um die Gay Pride Parade in Istanbul: Diese fand trotz Verbot statt. Am Ende wurden 50 Menschen festgenommen.
Newsdesk Heute
28.06.2026, 20:37
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Die türkische Polizei hat bei der Gay Pride Parade in Istanbul am Sonntag mindestens 50 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen sei auch eine Journalistin, teilten die Organisatoren mit.

Obwohl sie sich mehrfach als Journalistin ausgewiesen habe, sei Müberra Ünsal in Gewahrsam genommen worden, teilte die türkische Journalistengewerkschaft im Onlinedienst X mit. "Journalisten, die über die Istanbuler Pride Parade berichteten, sahen sich auch in diesem Jahr wieder unrechtmäßigen Eingriffen ausgesetzt."

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Parade war verboten

Die Parade hatte demnach trotz eines Verbots durch die Behörden sowie der Abriegelung des zentralen Taksim-Platzes stattgefunden. Die Polizei errichtete rund um den für Versammlungen beliebten Platz Eisenzäune. Auch andere Plätze, etwa im asiatischen Stadtteil Kadiköy, wurden gesperrt. Teilweise wurde der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt.

Teilnehmer der Kundgebung für die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft demonstrierten dennoch in mehreren Stadtvierteln und verkündeten, den Protest aufrechtzuerhalten. "Der Tag ist noch nicht vorbei. Tatsächlich fangen wir gerade erst an. Wir geben nicht auf. Wir werden weiterhin von jedem Ort aus auf die Straße gehen", skandierten die Demonstranten.

Die Anwaltskammer von Istanbul rollte an ihrem Sitz an der zentralen Istiklal-Straße ein Transparent mit der Aufschrift "LGBT ist ein Menschenrecht" aus.

Erdogan prangert LGBTQ-Community an

Homosexualität ist in der Türkei nicht illegal, doch der konservative Präsident Recep Tayyip Erdogan stellt die LGBTQ-Gemeinschaft regelmäßig an den Pranger. Er macht sie unter anderem für den Geburtenrückgang in dem Land verantwortlich. Seit 2015 wird die jährlich stattfindende Pride Parade systematisch verboten und unterdrückt. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Am Samstag hatten türkische Behörden die Schließung einer Schwulenbar in Istanbul wegen nicht näher bezeichneter Verstöße angeordnet. Zuvor hatten islamistische Gruppen den Besitzer der Bar kritisiert, der ihren Angaben zufolge der Organisator vor Ort einer internationalen LGBTQ-Kreuzfahrt ist, die am 8. Juli in Istanbul anlegen sollte. Einem Medienbericht zufolge sagte der Kreuzfahrtveranstalter den Stopp in Istanbul ab.

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