Prinz Friso: Hirnschaden durch Sauerstoffmangel

Sauerstoff ist ein lebenswichtiges Gas. Das Gehirn benötigt besonders viel davon. Ist es jedoch von der Versorgung abgeschnitten, sind die möglichen Folgen sehr schnell ernst oder lebensbedrohlich.

sind die möglichen Folgen sehr schnell ernst oder lebensbedrohlich.

Die Steuerung der Atmung kann ausfallen und auch das Bewusstsein oder das Gedächtnis können verloren gehen, ebenso wie die Kontrolle über die Muskeln. Bis alle Auswirkungen des Sauerstoffmangels deutlich werden, dauert es aber häufig Tage.

Bei Verschütteten kann es etwa dann einen Sauerstoffmangel (Hypoxie) geben, wenn der Brustkorb zusammengedrückt ist und sie nicht mehr atmen können. Liegt ein Mensch unter einer dicken Schneedecke, bekommt er zudem kaum noch Luft. Das Blut kann dann keinen Sauerstoff mehr zu den Organen und zum Hirn transportieren. Das führt auf der Ebene der einzelnen Zelle zu schweren Schäden. Dort bricht die Energieversorgung zusammen.

Koma-Patienten

Aufrechterhalten der Vitalfunktionen, Vermeidung von Sekundärproblemen: Das sind laut dem Wiener Neurologen Bruno Mamoli die wichtigsten Ziele bei Patienten, die sich in einer ähnlichen Lage wie der niederländische Prinz Johan Friso befinden. Mamoli betonte am Freitag, dass eine Woche nach dem Unfall nach wie vor von einer Akutphase gesprochen werden muss.

"In dieser akuten Phase muss man schauen, dass man die Vitalfunktionen aufrecht erhält, also die Atmung, das Herz und den Kreislauf. Und man muss versuchen, Sekundärprobleme nach Möglichkeit zu vermeiden", sagte Mamoli. Als Beispiel für ein solches Problem nannte er eine Lungenentzündung.

Beginn der Rehab

Daneben ist es in der Regel üblich, dass bereits mit der Rehabilitation begonnen wird. Das ist zum einen eine passive Heilgymnastik, der sich im Tiefschlaf befindende Patient wird physiotherapeutisch bewegt. Auch kann man äußere Reize setzen, um das Gehirn zu stimulieren, indem man zum Beispiel Musik spielt.

Ob ein Patient bleibende Schäden davongetragen hat und, wenn ja, welche, kann man Mamoli zufolge naturgemäß einfacher überprüfen, wenn er aufgewacht ist. Im künstlichen Tiefschlaf kann man dem Experten zufolge oft nicht genau unterscheiden, welche körperlichen Prozesse durch die Medikamente abgestellt werden und was durch irreparable Schäden bewirkt werde.

Dennoch gibt es auch im Tiefschlaf oder im Koma etwa durch Isotopen-Untersuchungen die Möglichkeit, die Stoffwechselprozesse des Gehirns zu untersuchen. Mamoli zufolge muss aber immer abgewogen werden, was dem Körper des Patienten zugemutet werden kann bzw. ob nicht die Gefahr einer Schädigung durch den Transport zum Untersuchungsort größer ist als der Nutzen.

Der Mediziner wies ausdrücklich darauf hin, dass er keinerlei Befunde des Prinzen kenne und in dessen Behandlung nicht eingebunden sei. Daher wolle er keine Stellungnahme zum aktuellen Fall abgeben.

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