Für Mittwoch um Mitternacht angekündigt, ließ die Verordnung, die die Corona-Maßnahmen in Österreich wieder verschärft, bis zum späten Nachmittag auf sich warten. Schon zuvor musste die Regierung viel Kritik einstecken, dass auf das Fallgeschehen regelmäßig zu spät reagiert werde, so der Tenor. Besser dürfte es eine neue Prognose nun auch nicht machen, denn sie sagt: Immer weniger können sich anstecken, auch ohne die verschärften Maßnahmen.
Konkret sagt der Bericht des Prognosekonsortiums für das Gesundheitsministerium aus, dass es in den kommenden Tagen zu einem Sinken der Neuinfektionen kommen werde – weil sich in der Vergangenheit extrem viele Menschen mit Corona angesteckt hätten, "wodurch sich die Anzahl der Personen, die sich momentan anstecken können, deutlich reduziert hat". Gefährlich bleibe es aber in Spitälern, denn hier sei kein allgemeiner Rückgang der Corona-Patienten zu erwarten.
Am letzten Prognosetag, dem 30. April, werden demnach knapp über weit unter 35.000 Neuinfektionen erwartet – zum Vergleich: Am heutigen Mittwoch gab es über 53.000 Neuinfektionen in nur 24 Stunden. Am besten soll in einer Woche Tirol, am schlechtesten das Burgenland dastehen – was die Inzidenz betrifft. Brisant im Vorfeld der Verschärfung der Regeln: Diese sind mit den Effekten in der Prognose gar nicht eingeplant und es gebe außerdem "mehrheitlich dämpfende Faktoren".
Durch die hohen Ansteckungszahlen der vergangenen Wochen habe es eine stark zunehmende Immunisierung der Bevölkerung gegeben, so das Konsortium. Außerdem werde es durch saisonale Effekte wie das wärmere Wetter zu einem Abflachen der Infektionskurve kommen. Allerdings: Die hohen Ansteckungszahlen der vergangenen Wochen werden noch weiter die Spitäler im Klammergriff halten. Das große Aber: Das Überschreiten der kritischen Marke von 33 Prozent auf den Intensivstationen wird es mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit (99,5 Prozent) nicht geben.