Oberösterreich

Prozess enthüllt: Diplomatenpass um 60.000 € zu haben

Ein Bulgare soll Diplomatenpässe und Autokennzeichen verkauft haben. Am Mittwoch stand er deswegen in Steyr vor Gericht. 
13.04.2023, 20:09
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Ein 53-jähriger Bulgare stand am Mittwoch in Steyr wegen des Verkaufs von gefälschten Diplomatenpässen und -Autokennzeichen vor Gericht. Seine Masche: Er soll sich als Botschafter des Inselstaates St. Kitts in der Karibik ausgegeben haben. 

Vor Gericht sagte er: Seit 2016 sei er Diplomat von St. Kitts gewesen. Er selbst dürfe keine neuen Diplomaten ernennen, wohl aber Empfehlungen aussprechen.

Der Richter zitierte allerdings ein offizielles Schriftstück des Antillen-Staates. Keiner der genannten Herren scheine demnach als Repräsentanten des Staates auf. 

Mittäter soll ein 48-jähriger Steyrer aus Bosnien gewesen sein. Er soll dem Bulgaren geholfen haben, an Kunden zu kommen. Den beiden wurde schwerer Betrug vorgeworfen.

Zehn mutmaßliche Käufer fielen auf den Trick herein. Auch diese mussten sich vor Gericht verantworten. "Ihre Mandanten sind Opfer und nicht Täter", sagten die Strafverteidiger der geprellten Kunden des Bulgaren laut "Oberösterreichischen Nachrichten". 

60.000 Euro kostete ein Pass

Der Preis für die Diplomatenpässe soll bei rund 60.000 Euro gelegen haben. Insgesamt entstand laut Polizei ein Schaden von rund 330.000 Euro.

Beamte ließen den Fall im Mai 2022 auffliegen. Die mutmaßlichen Käufer gerieten in eine Polizei-Kontrolle. Dabei schauten die Polizisten ganz genau hin. Sie befanden die Kennzeichen schließlich als verdächtig und nahmen die Ermittlungen auf.

Der Bulgare wurde schließlich zu einem Jahr unbedingter und zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Der Steyrer wird für sechs Monate hinter Gittern wandern. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

"Mama, ich brauche Geld" – Frau fiel auf Betrüger rein

Unbekannte Täter waren mit der bereits seit längerem bekannten Betrugsform leider wieder erfolgreich. Die Täter traten laut Polizeiangaben dieses Mal per SMS mit einer Frau aus Graz in Kontakt. Der unbekannte Täter gab sich dabei als Kind der 72-Jährigen aus.

In der weiteren Unterhaltung bat der Unbekannte aufgrund einer fingierten finanziellen Notsituation um Geld. Mit einem Satz wie "Mama, ich brauche Geld" oder einem ähnlich an die Gefühle appellierenden Wortlaut richtete sich die Täterschaft direkt an die Grazerin.

Die 72-Jährige kam der Bitte nach und überwies einen Betrag von mehreren tausend Euro. Das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Graz führt nun die weiteren Ermittlungen.

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