"Trümmer Russlands" – Putin-Freund demütigt ihn vor allen

Gegen den Uhrzeigersinn: Lukaschenko, Toqajew, Dschaparow, Paschinjan, Putin, Rahmon and OVKS-Generalsekretär Stanislau Sas beim OVKS-Gipfel in Jerewan am 23. November 2022.
Gegen den Uhrzeigersinn: Lukaschenko, Toqajew, Dschaparow, Paschinjan, Putin, Rahmon and OVKS-Generalsekretär Stanislau Sas beim OVKS-Gipfel in Jerewan am 23. November 2022.Sputnik/Vladimir Smirnov/Pool via REUTERS
Der belarussische Präsident Lukaschenko blamierte Putin bei einem wichtigen Gipfeltreffen mit Spekulationen über einen Zusammenbruch Russlands.

Beim Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) in Armenien brachte der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Verlegenheit.

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Im Zusammenhang mit dem nun seit neun Monaten andauernden Krieg in der Ukraine sagte Lukaschenko, dass die Medien berichten würden, die OVKS hänge von der "militärischen Spezialoperation Russlands in der Ukraine" ab. Er spüre, dass "wir zu der einheitlichen Meinung gekommen sind, dass, wenn – Gott bewahre – Russland zusammenbricht, unser Platz unter diesen Trümmern ist."

Daraufhin blendete die belarussische Nachrichtenagentur "Belta" für zwölf Sekunden Wladimir Putin ein, der geknickt seinen Blick senkte, wie "Focus" berichtet. Der Moment wurde auch von anwesenden Fotografen eingefangen:

"Wir mischen uns nicht ein"

Der autoritäre Staatschef Lukaschenko schließt derweil selbst einen direkten Einsatz seiner Armee im russischen Angriffskrieg aus. "Wenn wir uns unmittelbar mit den Streitkräften, mit Soldaten in diesen Konflikt einmischen, tragen wir nichts bei, wir machen es nur noch schlimmer", sagte Lukaschenko laut "Belta" dann gegenüber russischen Journalisten.

Die seinen Angaben nach 35.000 bis 40.000 Mann starke belarussische Armee werde für Russland das Problem dieses Feldzugs nicht lösen. "Wir mischen uns nicht ein, wir töten niemanden, wir schicken keine Soldaten nach dort, weil es nicht nötig ist", sagte Lukaschenko. Belarus unterstütze Russland, seine Rolle sei aber eine andere.

Lukaschenko hat sein stark von Moskau abhängiges Land bereits vor der Invasion als Aufmarschgebiet für russische Truppen zur Verfügung gestellt. Russische Luftangriffe auf die Ukraine werden von dort aus geflogen. Nach Materialverlusten der russischen Armee stellt nun auch Belarus Panzer und andere Waffen zur Verfügung.

Die Ukraine betrachtet das Nachbarland deshalb als Kriegspartei und hält auch Truppen in Reserve für den Fall, einen direkten Angriff aus Belarus abwehren zu müssen.

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Im Rahmen des Gipfels der Putin-Freunde trat Lukaschenko auch für Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew ein. Er behauptete aber, Polen und die USA hinderten die Ukraine an Verhandlungen.

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