Es gibt aber einen Haken

Putin offenbar zu Gebietstausch mit Ukraine bereit

Russland hält große Teile des Donbass, zeigt aber Gesprächsbereitschaft. Die Kontrolle über strategisch wichtige Regionen bleibt umstritten.
Newsdesk Heute
26.12.2025, 19:24
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Der Kreml-Korrespondent des "Kommersant", Andrej Kolesnikow, berichtet, dass Machthaber Wladimir Putin zugesichert hat, die russische Seite sei weiterhin zu den Zugeständnissen bereit, die er beim Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im August in Anchorage gemacht habe.

"Mit anderen Worten: 'Der Donbass gehört uns'", zitiert der "Kommersant" aus dem Treffen. Außerhalb dieser Region sei aber ein teilweiser Gebietsaustausch von russischer Seite nicht ausgeschlossen.

Wie NTV berichtet, werden laut einer Auswertung vom Institut für Kriegsstudien (ISW) von Ende August derzeit 99 Prozent der Region Luhansk und 79 Prozent der Region Donezk samt deren Hauptstädte von russischen Truppen kontrolliert.

Die Gegend ist strategisch und wirtschaftlich extrem wichtig. Die Ukraine hat dort seit 2014 einen "Festungsgürtel" errichtet, so das ISW – bestehend aus befestigten Städten, Hunderten Kilometern an Gräben und Minenfeldern.

Die russischen Streitkräfte hätten "derzeit keine Mittel, um die Kette von Befestigungen schnell einzukesseln oder zu durchdringen" – es würde vermutlich Jahre dauern, so etwas zu schaffen.

Ukrainische Verantwortliche und Experten warnen, dass ein Aufgeben des Donbass katastrophale Folgen für die Sicherheit der Ukraine hätte. Das würde "das Tor zu einer künftigen weiteren Invasion der Ukraine öffnen", sagt Andreas Umland, Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien in Kiew.

Ein Verlust würde die Ukraine in "eine Position bringen, die deutlich weniger verteidigungsfähig ist als die derzeitige Linie", erklärt das ISW. Damit wäre der Weg zu den Städten Dnipro und Charkiw offen – beides zentrale Verkehrsknoten mit jeweils rund einer Million Einwohner. Die Region ist außerdem reich an Rohstoffen wie Lithium, Uran, Titan und seltenen Erden.

Laut dem Bericht des "Kommersant" hat Putin auch über das AKW Saporischschja gesprochen. Es wird eine gemeinsame russisch-amerikanische Verwaltung für das größte Atomkraftwerk Europas diskutiert – "ohne Beteiligung der Ukraine". Außerdem hätten die USA Interesse am sogenannten Crypto-Mining in der Nähe des Kraftwerks gezeigt.

Die Anlage solle laut russischen Angaben auch die Ukraine teilweise mit Strom versorgen. Derzeit stehen nach russischer Darstellung die annektierte Halbinsel Krim, rund 90 Prozent des Donbass, 75 Prozent der Regionen Saporischschja und Cherson sowie kleinere Teile anderer Gebiete unter russischer Kontrolle.

"Kommersant" berichtet über Putins Position angesichts intensiver diplomatischer Bemühungen, den Krieg zu beenden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass sich die ukrainische und die US-Delegation bei Gesprächen am Wochenende in Miami bei einem 20-Punkte-Plan angenähert haben.

Ein baldiges Treffen mit Trump sei angekündigt. Es gebe aber noch keine Einigung darüber, ob die Ukraine die noch von ihr kontrollierten Teile des Donbass abtreten müsse. Auch die Zukunft des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja ist weiterhin umstritten.

Trump hat mehrmals versprochen, den Konflikt zu beenden. Sein Sondergesandter Steve Witkoff sowie sein Schwiegersohn Jared Kushner verhandeln mit Russland, der Ukraine und europäischen Staaten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.12.2025, 19:24
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