Mittelfeld-Mann Martin Ndzie kam bei Rapid bisher noch nicht in Fahrt. Nach Vorschuss-Lorbeeren für den neuen Motor in der Zentrale, den Nachfolger von Mamadou Sangare, hinkt der Millionen-Einkauf in der heimischen Liga noch hinter den hohen Erwartungen zurück.
Und trotzdem schaffte er nun den Sprung in den Kader Kameruns. Der 22-Jährige wurde für den Afrika-Cup nominiert. Am Montagabend verkündete Neo-Teamchef David Pagou den 28-köpfigen Kader für das Kontinental-Turnier, das vom 21. Dezember 2025 bis 18. Jänner 2026 in Marokko ausgetragen wird. Ndzie ist dabei.
Fix ist: Rapid bestreitet am 18. Dezember das letzte Pflichtspiel vor der Pause (auswärts bei Zrinjski Mostar), daher verpasst Ndzie vor dem Jahreswechsel keine weitere Partie. Doch genau danach könnte es eng werden. In die Winter-Vorbereitung fällt er womöglich hinein – Rapid startet am 31. Jänner wieder in die Pflichtspiele.
Sportlich blieb Ndzie in seiner ersten Rapid-Phase jedenfalls hinter den Erwartungen zurück: elf Einsätze, nur fünfmal in der Startelf, insgesamt 394 Minuten. Hängen blieb unter anderem Kritik vom entlassenen Trainer Peter Stöger, der ihm mangelnde Fitness zum Start in die Rapid-Ära attestiert hatte. Die Winter-Vorbereitung mit dem Klub und seinen Kollegen käme daher wohl gelegen.
Hinter Rekord-Neuzugang Tobias Gulliksen (3,8 Millionen Euro) gilt Ndzie als zweitteuerste Verpflichtung der Hütteldorfer – kolportierte Ablöse: 2,5 Millionen Euro.
Die grün-weiße Krise wurde am Wochenende noch deutlicher. Im ersten Spiel unter Interimscoach Stefan Kulovits kassierte Rapid beim seit dem Amtsantritt von Didi Kühbauer makellosen LASK eine 0:3-Niederlage – die nächste Niederlage in den Horror-Wochen.
Rapid wartet nun wettbewerbsübergreifend seit fünf Spielen auf einen Sieg, in der Liga sind die Hütteldorfer nur noch Vierter. Der LASK wiederum setzte seinen Lauf fort: sieben Siege in sieben Spielen unter Kühbauer – und schob sich in der Tabelle an Rapid vorbei auf Rang drei.