Der deutsche Rapper 18 Karat, mit bürgerlichem Namen Ivo Vieira Silva, steht vor der Abschiebung nach Portugal. Nach rund vier Jahren Haft wegen Drogenschmuggels hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nun den Eilantrag des Musikers gegen die geplante Abschiebung abgelehnt.
Die Stadt Dortmund hatte bereits seit August 2025 eine entsprechende Ordnungsverfügung vorbereitet. Der Rapper und seine Familie wehrten sich dagegen mit einem Eilantrag, der nun abgewiesen wurde.
Wie raptastisch.net berichtet, stellte das Gericht klar, dass das "öffentliche Vollziehungsinteresse" überwiege. Drogenschmuggel und -handel seien "besonders schwere Beeinträchtigungen eines grundlegenden gesellschaftlichen Interesses" und könnten auch nach der Haft die "Ruhe und physische Sicherheit der Bevölkerung" gefährden.
Die Richter begründeten ihre Entscheidung vor allem mit einer angenommenen "konkreten Wiederholungsgefahr". Der 39-Jährige habe sich laut Gericht "nicht ersichtlich" aus seinem bisherigen Umfeld gelöst. Als Indiz führten die Richter seine Rolle beim Label Supremos an – einer der Mitgründer wurde zu neun Jahren Haft wegen Drogenhandels verurteilt.
18 Karat ist verheiratet und hat mit seiner deutschen Ehefrau ein gemeinsames Kind. Laut Gerichtsbeschluss könne er den Kontakt zu seiner Familie "bis auf Weiteres über soziale Medien oder außerhalb Deutschlands pflegen". Auch seiner künstlerischen Tätigkeit könne er in Portugal nachgehen.
Die Entscheidung ist allerdings noch nicht endgültig. Der Rapper kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen einlegen. Eine mögliche Entlassung nach der Zwei-Drittel-Marke steht im Raum – diese könnte im August 2026 erfolgen. Danach würde jedoch direkt die Abschiebung nach Portugal drohen.