Wegen mutmaßlichen Drogenhandels in der Justizanstalt Sonnberg stehen derzeit fünf Angeklagte vor dem Landesgericht Korneuburg. Unter ihnen ist auch eine 61-jährige Serbin, die laut Anklage bei einem Drogenschmuggel geholfen haben soll. Die Frau weist alle Vorwürfe zurück, wie die "Krone" am Dienstagabend berichtet.
Die Angeklagte hat einen Sohn in der Haftanstalt. Laut Staatsanwaltschaft soll sie sich bereit erklärt haben, "A6-Papierblätter, die in Pinaca-Verbindungen getränkt waren, in drei Kuverts in die Justizanstalt Sonnberg zu schmuggeln". Dafür drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.
Die Anklage geht davon aus, dass Mitinsassen Druck auf ihren Sohn ausgeübt hatten. Die Frau soll die präparierten Briefe bei einem Mittelsmann abgeholt haben, sie letztlich aber nicht in die Justizanstalt gebracht haben. Dennoch sei der Tatbestand erfüllt.
Der Erst- und der Fünftangeklagte sollen mit den in Pinaca getränkten Papierblättern gehandelt haben. Dabei werden kleine Stücke herausgeschnitten, verkauft und anschließend geraucht. "Die Wirkung dieser neuen Droge ist schwer einzuschätzen, weshalb es in Justizanstalten immer wieder zu Todesfällen durch Überdosen kommt", sagte die Staatsanwältin.
Den Konsum in der Haftanstalt schilderte der Erstangeklagte drastisch: "Das wird die ganze Zeit geraucht wie Zigaretten. In der Zelle. Überall."
Der Erst- und der Fünftangeklagte räumten den Verkauf der präparierten Blätter ein, bestritten aber weitere Vorwürfe. Der Zweit- und der Viertangeklagte bekannten sich nicht schuldig. Die Urteile sollen am Donnerstag fallen.