Mit fast 900 Pflanzen und einer Ernte von knapp 70 Kilogramm Cannabis soll eine Gruppe von Pensionisten in Neusiedl am See ein lukratives Geschäft aufgebaut haben. Am Dienstag mussten sich die drei Männer deshalb vor Gericht in Eisenstadt verantworten.
Laut Anklage sollen die Beschuldigten innerhalb eines Jahres Cannabiskraut angebaut und geerntet haben. Rund 63 Kilogramm sollen anschließend vor allem in Wien verkauft worden sein.
Aufgeflogen sein soll die Plantage durch auffällige Vorgänge rund um das Wohnhaus des Erstangeklagten. Dort habe laut Staatsanwältin "reges Treiben" geherrscht. Immer wieder seien Setzlinge und Düngemittel angeliefert worden, das berichtet der ORF.
Dazu kam ein ungewöhnlich hoher Stromverbrauch. Dieser sei für eine einzelne Person viel zu hoch gewesen, erklärte die Staatsanwältin. Die Angeklagten sollen außerdem eine Stromüberbrückung eingerichtet haben. Sie verbrauchten demnach mehr Strom, als sie dem Anbieter bezahlten.
Bei einer Hausdurchsuchung machten Polizisten schließlich die Entdeckung: In dem Haus befand sich eine Indoorplantage mit rund 900 Cannabis-Pflanzen, so der ORF.
Der 61-jährige Erstangeklagte räumte ein, einen Teil der Ernte selbst konsumiert und kleinere Mengen verkauft zu haben. Wegen Schmerzen habe er Cannabis für den Eigenbedarf verwendet.
Den Großteil der Ernte habe er allerdings an die beiden Mitangeklagten weitergegeben. Diese hätten das Cannabiskraut nach Wien gebracht und dort verkauft.
Der Zweitangeklagte sieht seine Rolle anders. Er sei lediglich als "Gärtner" hinzugezogen worden, um die Setzlinge zu pflegen. Sein Plan sei gewesen, die Pflanzen später weiterzuverkaufen. Von einer Cannabis-Plantage oder dem Verkauf von Cannabiskraut habe er nichts gewusst.
Auch der Drittangeklagte bestreitet die Vorwürfe. Als Betreiber eines Hanf-Shops habe er lediglich Keimlinge und Stecklinge geliefert. Was danach mit den Pflanzen geschehen sei, habe er nicht gewusst.
Sein Anwalt betonte: "Das war alles in einem Stadium, wo noch keine Pflanzen mit Blüten vorhanden waren. Der illegale Teil, der dann begonnen hat, mit dem hat er nichts zu tun."
Während einer der Angeklagten großteils geständig war, bestreiten die beiden anderen, von einer Cannabis-Plantage gewusst zu haben.
Ein Urteil könnte noch am Dienstagnachmittag fallen.