Flotten-Eklat

Israel schiebt alle ausländischen Gaza-Aktivisten ab

Israel hat nach dem Stopp der Gaza-Hilfsflotte alle ausländischen Aktivisten ausgewiesen. Ein Video des Einsatzes löste Empörung aus.
Newsdesk Heute
21.05.2026, 17:31
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Israel hat alle ausländischen Aktivisten, die bei der jüngsten Gaza-Hilfsflotte festgenommen wurden, abgeschoben. "Alle ausländischen Aktivisten der PR-Flotte wurden aus Israel abgeschoben", gab Außenministeriumssprecher Oren Marmorstein am Donnerstag bekannt. "Israel wird keinen Verstoß gegen die rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens dulden", ergänzte er.

Die Gaza-Hilfsflotte, bestehend aus rund 50 Schiffen, wollte Hilfsgüter für die Palästinenser in den Gazastreifen bringen. Sie war vergangene Woche von der Türkei aus gestartet und wurde am Montag von israelischen Streitkräften in internationalen Gewässern vor Zypern gestoppt. Über 430 Aktivisten waren an Bord, darunter auch Catherine Connolly, die Schwester der irischen Präsidentin. Sie wurden festgenommen und nach Israel gebracht. Laut der Organisation Global Sumud Flotilla befanden sich unter den Festgenommenen auch acht Deutsche. Insgesamt bestand die deutsche Delegation aus 14 Personen.

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Meiste Aktivisten aus der Türkei

Die Rechtsvertretung der Aktivisten hatte vor der Abschiebung erklärt, die Betroffenen seien "auf dem Weg zur Abschiebung" vom Flughafen Ramon im Süden Israels. Die meisten Teilnehmer der Flotte sollten von dort ausgeflogen werden. Ägyptische und jordanische Aktivisten verließen Israel auf dem Landweg. Festgehalten wurden die Aktivisten im Gefängnis Ktziot in der Negev-Wüste, nahe dem Gazastreifen. Ein Gerichtsverfahren gab es laut Angaben der Organisation keines.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte, dass drei Charter-Flugzeuge aus der Türkei mit einer Kapazität von "über 400 Passagieren" auf dem Weg nach Ramon seien. Türkischen Medien zufolge waren 78 der etwa 430 Aktivisten türkische Staatsbürger. Die 37 französischen Aktivisten wurden ebenfalls in die Türkei ausgeflogen, wie das französische Außenministerium bestätigte.

Für Aufregung sorgte am Donnerstag auch ein Video, das der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir am Mittwoch im Onlinedienst X veröffentlicht hatte. Darin sind festgenommene Aktivisten in erniedrigenden Positionen zu sehen. Dutzende von ihnen sitzen mit gefesselten Händen auf den Knien auf dem Deck eines Militärschiffs, während die israelische Nationalhymne gespielt wird. Ben Gvir schwenkte in dem Video eine israelische Fahne.

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