Im Iran ist am Mittwoch ein Mann hingerichtet worden, weil er angeblich mit dem israelischen Geheimdienst Mossad in Verbindung gestanden sein soll. Aktivisten sagen, er habe für die iranische Atomenergiebehörde gearbeitet. "Mehdi Farid wurde heute Morgen wegen seiner umfassenden Zusammenarbeit mit dem terroristischen Geheimdienst Mossad gehängt, nachdem der Fall geprüft und das endgültige Urteil bestätigt wurde", steht auf der Website Misan Online der iranischen Justiz. Ihm wurde "Korruption auf Erden" vorgeworfen – darauf steht im Iran die Todesstrafe.
Die Organisation Iran Human Rights (IHR), die ihren Sitz in Norwegen hat, berichtet, dass Farid für die Atomenergiebehörde gearbeitet habe, als er am 31. März 2023 festgenommen wurde. IHR beobachtet die Menschenrechtssituation im Iran und dokumentiert Hinrichtungen.
Laut IHR war Farid zuerst zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Doch nach einem neuen Verfahren im Juli 2025, bei dem ihm Spionage für Israel vorgeworfen wurde, bekam er die Todesstrafe.
Auch die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation HRANA sagt, der 55-Jährige sei Angestellter der nationalen Atomenergiebehörde gewesen. Das neue Verfahren sei nach einer Berufung durch die Staatsanwaltschaft zustande gekommen.
Seit 19. März, als die Hinrichtungen im Iran wieder aufgenommen wurden – mitten im Krieg gegen die USA und Israel – haben die Behörden acht Männer wegen ihrer Beteiligung an den Massenprotesten zu Beginn des Jahres hingerichtet. Acht weitere Männer wurden exekutiert, weil sie angeblich zur im Iran verbotenen Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin gehört haben. Unter den Hingerichteten war auch ein iranisch-schwedischer Staatsbürger.
"Seit Beginn des Konflikts hat die Vollstreckung von Todesurteilen eine neue und besorgniserregende Phase erreicht, die sich durch eine ausschließliche Konzentration auf Gefangene mit politischen und sicherheitsrelevanten Anklagen auszeichnet", erklärt HRANA.
Bei Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Juni 2025 und seit Ende Februar 2026 wurden mehrere hochrangige Vertreter der iranischen Führung getötet, darunter auch der Oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei.