Ein bewaffneter Raubüberfall in der Reinprechtsdorfer Straße in Wien-Margareten nahm für den mutmaßlichen Täter eine überraschende Wendung. Der 36-jährige ungarische Staatsbürger hatte den Coup laut Polizei offenbar akribisch vorbereitet – doch mit den Türmechanismen des Geschäfts war er nicht vertraut.
Am 4. September gegen 10.30 Uhr betrat der Mann laut Polizei mit einer Schusswaffe ein Geschäftslokal und bedrohte einen Mitarbeiter – "Heute" berichtete. Dieser setzte sich körperlich zur Wehr und konnte schließlich aus dem Geschäft flüchten.
Der mutmaßliche Räuber blieb daraufhin zunächst selbst in den Räumlichkeiten eingeschlossen.
Die Ermittlungen ergaben laut Wiener Polizei, dass der 36-Jährige zwar viele Details des Überfalls geplant hatte, jedoch offenbar nicht wusste, wie sich die Ein- und Ausgangstüren bedienen lassen. Dadurch verlor er wertvolle Zeit. Erst später gelang es ihm, das Geschäft zu verlassen.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits erste Polizeikräfte vor Ort. Die Beamten beobachteten, wie der Mann in ein Mehrparteienhaus flüchtete. Dort wurde er schließlich von WEGA-Beamten im Keller festgenommen.
Bei dem Einsatz stellten die Polizisten mehrere Gegenstände sicher. Darunter befanden sich eine CO₂-Pistole, Schmuck als mutmaßliche Beute, kabellose Kopfhörer, ein Messer, eine Sturmhaube sowie Autoschlüssel.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen rekonstruierte das Landeskriminalamt Wien auch umfangreiche Vorbereitungshandlungen. Demnach soll der 36-Jährige bereits Monate zuvor beschlossen haben, das Geschäft zu überfallen.
Für seinen Plan soll der Mann einer Reinigungskraft in einem Hotel eine Schlüsselkarte gestohlen haben. Mit dieser drang er laut Polizei in mehrere Hotelzimmer ein und stahl dort unter anderem einen Autoschlüssel und kabellose Kopfhörer.
Das Auto wollte er offenbar als Fluchtfahrzeug verwenden. Dieser Plan scheiterte jedoch, weil er das zum Schlüssel gehörende Fahrzeug nicht finden konnte. In den Tagen vor dem Überfall soll der Mann das Geschäft zudem beobachtet haben.
Auch für seine Flucht hatte sich der Tatverdächtige laut Polizei vorbereitet. Er soll Utensilien deponiert haben, mit denen er nach der Tat sein Äußeres verändern wollte. Diese Gegenstände wurden in der Nähe des Geschäfts gefunden und sichergestellt.
Bei seiner Vernehmung zeigte sich der 36-Jährige laut Polizei umfassend geständig. Wie "Heute" in Erfahrung bringen konnte, sollen Geldschulden das Motiv für den Coup gewesen sein. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er schließlich in eine Justizanstalt gebracht.