In Großbritannien sorgt die rechte Partei Reform UK für Aufsehen: Sie hat die muslimische Politikerin Laila Cunningham als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in London 2028 nominiert.
Parteichef Nigel Farage stellte Cunningham am Mittwoch vor Journalisten vor. Die 48-Jährige ist Tochter ägyptischer Einwanderer und soll für Reform UK den Sieg in der Hauptstadt holen.
Bei ihrer Vorstellung hob Cunningham die "Vielfalt" Londons hervor und meinte: "Das ist die großartigste Stadt der Welt, aber ich verschließe nicht die Augen davor, was aus ihr geworden ist." Sie kündigte an, dass es in London "einen neuen Sheriff" geben werde. Außerdem sagte sie: "Wer nach London kommt, muss die britische Kultur annehmen" und sprach sich klar gegen jene Einwanderer aus, die erwarten, dass "London sich an sie anpasst".
Die Zeitung "The i" nennt Cunningham eine "Aufsteigerin" innerhalb von Reform UK. Sie ist ausgebildete Juristin und arbeitete bis zum Vorjahr bei der Strafverfolgungsbehörde für England und Wales (CPS). Dort musste sie ihren Job aufgeben, weil manche ihrer Aussagen als zu politisch gewertet wurden.
Cunningham lebt in einer Patchwork-Familie mit sieben Kindern und betont oft ihre Rolle als Mutter. 2022 wurde sie, damals noch für die konservativen Tories, im zentralen Bezirk Westminster in den Londoner Stadtrat gewählt. 2025 wechselte sie zu Reform UK und wurde damit die erste Stadträtin der Rechtspopulisten in London.
Bei ihrer Vorstellung sparte sie nicht mit Kritik an Sadiq Khan, dem amtierenden Bürgermeister von London und Labour-Politiker. Sie macht ihn dafür verantwortlich, dass London "nicht mehr sicher" sei, vor allem für Frauen. Ob Khan, der ebenfalls Muslim ist, 2028 wieder kandidiert, steht noch nicht fest.