Regierung will "freiwilliges Integrationsjahr" einfü...

Die Regierung will anerkannten Flüchtlingen künftig nach dem Vorbild des "Freiwilligen Sozialen Jahres" ein "Freiwilliges Integrationsjahr" anbieten. Entsprechende gesetzliche Bestimmungen sollen in das Budgetbegleitgesetz aufgenommen werden, sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag im Sozialausschuss des Nationalrats.

Die Regierung will anerkannten Flüchtlingen künftig nach dem Vorbild des "Freiwilligen Sozialen Jahres" ein "Freiwilliges Integrationsjahr" anbieten. Entsprechende gesetzliche Bestimmungen sollen in das Budgetbegleitgesetz aufgenommen werden, sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag im Sozialausschuss des Nationalrats.

Das Integrationsjahr soll ihm zufolge eine Mischung aus Ausbildungsverhältnis und freiwilliger Tätigkeit sein und bis spätestens zwei Jahren nach Zuerkennung des Asylstatus angetreten werden können. Hundstorfer geht davon aus, dass man damit rund 1.000 Flüchtlingen pro Jahr eine Perspektive bieten kann.

Krankenversicherung inkludiert

Anbieten können sollen das Freiwillige Integrationsjahr all jene Organisationen, die auch Zivildiener beschäftigen, bzw. bei denen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Umweltjahr absolviert werden kann. Die betroffenen Flüchtlinge werden krankenversichert und unfallversichert sein, nicht aber pensionsversichert und arbeitslosenversichert. Es gehe darum, Füchtlingen eine Beschäftigung und gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, die deutsche Sprache besser zu lernen, skizzierte Hundstorfer. In diesem Sinn müssen die jeweiligen Organisationen auch Sprachkurse anbieten. Dauern soll das Integrationsjahr zwischen sechs Monate und einem Jahr, eine Verlängerungsmöglichkeit ist nicht vorgesehen.

Lehrausbildung für junge Flüchtlinge

Um Flüchtlingen die Integration zu erleichtern, strebt Hundstorfer überdies an, mehr jugendlichen Asylwerbern eine Lehrausbildung zu ermöglichen. Die Liste der Lehrberufe, die AsylwerberInnen offen stehen, wurde bereits auf zwölf ausgeweitet, nun ist man dabei, in Tirol ein praxistaugliches Modell als Vorbild auch für andere Bundesländer auszuarbeiten. Vor allem in der Gastronomie gebe es im Westen Österreichs viele offene Lehrstellen, die nicht besetzt werden können, gab Hundstorfer zu bedenken. 

Inländer haben Vorrang

Nichts geändert hat sich laut Hundstorfer an der Vorgabe, dass bei offenen Lehrstellen Inländer Vorrang haben. Es ist auch nicht vorgesehen, Asylwerber in überbetrieblichen Lehrwerkstätten auszubilden.

Allgemein geht Hundstorfer davon aus, dass die Zahl der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Flüchtlinge in den nächsten Wochen und Monaten um rund 30.000 Personen wachsen wird. Derzeit sind ihm zufolge 19.000 Flüchtlinge beim AMS als arbeitssuchend registriert, von dieser Zahl müsse man aber rund 6.000 abziehen, da sie zwar in der Statistik als Flüchtlinge geführt werden, zum Teil aber schon jahrelang in Österreich sind und nach einer längeren Beschäftigungsphase arbeitslos wurden. 10.000 bekämen vom AMS ein "volles Service", jedoch ohne Arbeitslosengeld, die übrigen 4.000 haben zumindest ein Teileinkommen.

 

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