Reichste 10 % schleudern Hälfte des CO2 in die Luft

Nicht jeder, der in die "Reichen"-Definition der Studie passt, hat einen Privatjet.
Nicht jeder, der in die "Reichen"-Definition der Studie passt, hat einen Privatjet.Phil Noble / Reuters
Heizen, Fliegen, Essen: Je reicher die Menschen sind, desto mehr CO2-Ausstoß verursachen sie.

Die weltweit reichsten 10 Prozent sind von 1990 bis 2015 für über die Hälfte des CO2-Ausstoßes verantwortlich gewesen. Das zeigt ein Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam vom Montag. Das reichste Prozent allein sei an 15 Prozent der gesamten weltweiten CO2-Emissionen schuld. Im Gegensatz dazu ist die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung für lediglich 7 Prozent des Gesamtausstoßes verantwortlich, wie es weiter heißt. Zu den Top-10-Prozent gehört man bereits ab einem Nettoeinkommen von 35.000 Euro im Jahr – weltweit sind das 630 Millionen Menschen.

"Die Ärmsten zahlen den größten Preis"

Die unterschiedliche Verteilung sei nicht nur unfair, weil die Reichen ein größeres CO2-Budget haben als die Armen, sagt Oxfam-Chef Danny Sriskandarajah: "Der Überkonsum der reichen Minderheit befeuert die Klimakrise, und die Ärmsten der Welt zahlen den größten Preis." Weniger wohlhabende Personen seien besonders von den durch die Klimaerwärmung verursachten Umweltphänomenen wie etwa Fluten oder Stürmen betroffen.

Für die Ungleichheit macht Oxfam vor allem die Politik verantwortlich. Sie fördere den Konsum und spalte die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer. Statt den Konsum der Reichen zu beflügeln, müsse das weltweite CO2-Budget genutzt werden, um der gesamten Menschheit einen besseren Lebensstandard zu ermöglichen.

2,1 Tonnen CO2 pro Kopf

Bis 2030 müsste der weltweite Durchschnitt auf 2,1 Tonnen CO2 im Jahr reduziert werden, wie die Studienautoren weiter schreiben. Nur so könne man die globale Erwärmung auf 1,5 Grad einschränken.

Oxfam fordert darum, den CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken, mehr in öffentliche Infrastruktur zu investieren und die Wirtschaft klimagerecht umzubauen. Die Organisation schlägt etwa vor, besondere Steuern auf SUV und Sportwagen sowie auf regelmäßige Business- oder Privatjetflüge einzuführen. Dieses Geld soll dann in umweltfreundliche Jobs, etwa im Sozialbereich, und grüne öffentliche Verkehrsmittel gesteckt werden.

Die öffentliche Hand müsse zudem in energieeffiziente, erschwingliche Wohnräume investieren. Denn so könnten Regierungen gleichzeitig die Armut und die Klimaerwärmung bekämpfen.

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