Wirtschaft

Reisebranche erwartet Rückkehr zur Normalität erst 2024

Die Reisebranche wurde von der Pandemie besonders hart getroffen. Ihr eindringlicher Appell lautet: "Lasst euch impfen".  
Tobias Kurakin
30.12.2021, 11:20

Vieles hat die Pandemie erschwert, viele Branchen wurden hart getroffen. Planbare Urlaube, die so durchgezogen werden konnten wie gewünscht, wurden in den letzten Monaten zur Ausnahme. Kein Wunder, dass vor allem die Reisebüros zu den größten Verlierern während der Corona-Pandemie zählen.

Minus 70 Prozent im Vergleich zu 2019

Minus 70 Prozent an Umsätzen verzeichnet Gruberreisen im Jahr 2021 im Vergleich zu von vor zwei Jahren, damit ist das steirische Reisebüro aber kein Ausreißer. Der desaströse Ausfall von fast drei Viertel aller Einnahmen spiegelt den Schnitt in der Branche wider, meint die Präsidentin des österreichischen Reiseverbands Eva Buzzi im Ö1-Morgenjournal. 

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Seinen Optimismus hat Max Schlögl von Gruber-Reisen trotz des satten Minus noch nicht verloren. Zwar hat er das erste Quartal des Jahres 2022 schon abgeschrieben, Hoffnung besteht jedoch für das zweite Quartal. Hier soll es dann sofern "uns Omikronkein Schnippchen schlägt, wieder bergauf gehen", so Schlögl. 

Nachdem dieses Jahr mit einem Lockdown gestartet war sowie auch nun endet, waren die Reisebüros besonders von den Sommermonaten abhängig. Diese Zeit war jedoch ein leichter Erfolg. Demnach zog es eine Vielzahl der Österreicherinnen und Österreicher auch in Zeiten der Pandemie nach Italien, Kroatien oder in die heimischen Erholungsgebiete.

Städtetourismus liegt am Boden

Während Strandurlaube weiter beliebt blieben, musste der Städtetourismus herbe Verluste hinnehmen. Für dessen Erfolg wären besonders die Gäste aus Übersee entscheidend, so Schlögl. Eine Rückkehr zur Normalität in diesem Bereich erwarten die Reisebüros frühestens erst in zwei Jahren. 

Etwas Gutes hat die Krise jedoch auch für die Reisebüros. Ob der unsicheren und teils unübersichtlichen Lage mit unterschiedlichen Einreisebestimmungen setzten Urlauber vermehrt auf organisierte Reisen. Dabei gehen die Kunden oft auf Nummer sicher und buchen mit der Möglichkeit der Stornierung. 

Impfungen und der Staat helfen der Reisebranche

Der Tipp der Reisebranche für alle, die im kommenden Jahr ihr Fernweh stillen wollen: impfen. "Natürlich gibt es noch länderspezifische Unterschiede - PCR-Test hier, jenes da - aber eine vollständige Impfung im Idealfall mit Boostererleichtert schon einiges", so Bizzi. 

Um die Reisebüros im Falle einer neuerlichen Stornowelle nicht im Regen stehen zu lassen, hat die Regierung zudem den 300 Millionen Euro schweren Haftungsrahmen um ein Jahr verlängert. Nachdem die meisten Versicherungen abgesprungen sind, die den Reisebüros unter die Arme greift, muss nun der Staat helfen. "Die Corona-Pandemie ist nach wie vor ein starker Stresstest für unsere Reisebranche und mit dem Auffangnetz unterstützen wir sie, dass sie überhaupt ihre Dienste anbieten können", so Wirtschaftsministerin Magarete Schramböck von der ÖVP. 

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