Pensionist (70) verzagt

Rempler oder Faustschlag? Krimi um Streit am Schutzweg

Herbert K. wurde laut eigenen Angaben auf einem Zebrastreifen niedergeschlagen. Nun wurde das Verfahren eingestellt – der Pensionist ist fassungslos.
Niederösterreich Heute
27.07.2026, 08:59
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Ein Vorfall auf dem Parkplatz des Kaufparks Vösendorf beschäftigt einen 70-jährigen Wiener bis heute. Nach eigenen Angaben wurde der Pensionist am 12. Juni von einem Autofahrer mit einem Faustschlag ins Gesicht attackiert – die Gegenseite gab nur einen Rempler an. Nun hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt das Verfahren eingestellt.

Wie der "Kurier" berichtet, wollte Herbert K. (Name geändert) einen Zebrastreifen am Parkplatz überqueren, als ihn ein Auto beinahe erfasst hätte. Reflexartig habe er eine Abwehrbewegung gemacht und dabei das Fahrzeug berührt.

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Schlag statt Entschuldigung

Der Lenker sei daraufhin ausgestiegen. Der Pensionist habe zunächst mit einer Entschuldigung gerechnet. Stattdessen habe ihn der Mann unvermittelt ins Gesicht geschlagen. "Es war ein gezielter Schlag", schilderte der 70-Jährige gegenüber dem "Kurier".

Kennzeichen fotografiert

Der mutmaßliche Angreifer fuhr anschließend davon. Dem Pensionisten gelang es jedoch noch, das Kennzeichen des Fahrzeugs zu fotografieren. Einiger Fehler: Er lässt sich nicht die Nummer des einzig helfenden Zeugen geben. Unmittelbar nach dem Vorfall erstattete der Wiener auf der Polizeiinspektion Vösendorf Anzeige. Danach wurde er mit der Rettung ins Landesklinikum Baden gebracht.

Nach mehreren Stunden im Krankenhaus wurde dort eine Schädelprellung diagnostiziert. Wegen der Verletzung musste sich der Pensionist medizinisch behandeln lassen.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde Herbert K. erneut von der Polizei einvernommen. Dabei habe sich sein Eindruck geändert. "Ich wurde nicht wie das Opfer, sondern wie ein Täter behandelt", sagte er dem "Kurier".

Vor wenigen Tagen erhielt der 70-Jährige schließlich ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt wird. Der mutmaßliche Autofahrer habe laut Staatsanwaltschaft angegeben, den Pensionisten lediglich angerempelt zu haben. Dieser sei dadurch gestürzt und habe sich die Verletzungen selbst zugezogen.

Keine ausreichend belastbaren Beweise

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt begründete die Einstellung laut "Kurier" damit, dass keine ausreichenden belastbaren Beweise für die Darstellung des Pensionisten vorgelegen hätten. Zudem sei einem Zeugen Glauben geschenkt worden, der die Version des Autofahrers bestätigte. Der 70-Jährige zeigt sich mit dieser Entscheidung unzufrieden. "Hier beginnt man am Rechtsstaat zu zweifeln", sagte er.

Martin Antauer, Landesrat der FPÖ Niederöstereich
Helmut Graf

Ob er gegen die Einstellung des Verfahrens vorgehen wird, ist noch offen. Nach eigenen Angaben müsste er dafür zusätzliche Beweise vorlegen und mit weiteren Kosten rechnen. Da es keine Videoaufnahmen des Vorfalls geben soll, sieht der Pensionist seine Möglichkeiten jedoch als begrenzt an.

Landesrat: "Ist nicht tragbar"

Sicherheitslandesrat Martin Antauer erfuhr von der Causa und schüttelt den Kopf: "Dass ein österreichischer Pensionist als Opfer derart im Stich gelassen wird, ist nicht tragbar. Der Schutz und die Sicherheit unserer Landsleute muss an erster Stelle stehen, leider haben die SPÖ-Justizministerin und der ÖVP-Innenminister gar nichts mehr im Griff."

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.07.2026, 08:59