Der französische Autohersteller Renault muss sich in Frankreich wegen mutmaßlichem Betrug im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vor Gericht verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll Renault in seinen Dieselfahrzeugen Vorrichtungen eingebaut haben, die dazu dienten, Abgasvorschriften zu umgehen.
Das teilte die Behörde am Montag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die erste Anhörung in dem Fall ist für April 2027 angesetzt. Renault weist die Vorwürfe zurück. Es ist bereits der zweite bekannte Fall rund um den Dieselgate-Skandal in Frankreich.
Die französischen Untersuchungsrichter haben schon ein Verfahren gegen den deutschen Autobauer Volkswagen angeordnet. Ein Untersuchungsrichter prüft derzeit noch, ob es auch gegen Peugeot-Citroën und Fiat Chrysler – mittlerweile im Stellantis-Konzern vereint – zu einem Prozess kommt.
Der Dieselskandal wurde im September 2015 öffentlich. Volkswagen gab damals zu, bei elf Millionen Autos der Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda eine Software eingebaut zu haben, die am Prüfstand den Stickoxidausstoß senkte, aber nicht im normalen Straßenverkehr. Laut Staatsanwaltschaft waren zwischen 2009 und 2017 verkaufte Renault-Modelle ebenfalls mit solchen Vorrichtungen ausgestattet.
Diese führen zu einer stärkeren Luftverschmutzung durch Stickoxide. Diese stehen im Verdacht, "die Entstehung von Atemwegserkrankungen beim Menschen zu begünstigen", so die Unterlagen, die AFP einsehen konnte. Der Skandal erschütterte damals die gesamte Autoindustrie weltweit.
In vielen Ländern, darunter Großbritannien, Frankreich, Südkorea und die USA, wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Volkswagen musste im Zuge des Skandals insgesamt mehr als 32 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen zahlen, vor allem in den USA. In Großbritannien hat die Justiz kürzlich in einem Prozess gegen mehrere Autobauer rund um den Dieselgate-Skandal großteils zugunsten der Unternehmen entschieden.
Angeklagt waren Mercedes, Ford, Peugeot-Citroën, Renault und Nissan. Darauf verweist Renault nun auch beim bevorstehenden Verfahren in Frankreich. Das Unternehmen bestreitet "nachdrücklich, sich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht zu haben".