Heute ist der letzte Tag, an dem die rund 148.000 Parteimitglieder brieflich oder online bis 23.59 Uhr entscheiden können, ob die Amtsinhaberin Pamela Rendi-Wagner, der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil oder der Traiskirchener Bürgermeister Andreas Babler die Führung der Partei in Zukunft übernehmen soll. Wie viele der SPÖ-Mitglieder bereits an der Befragung teilgenommen haben, ist offen.
Die Teams der Herausforderer Hans Peter Doskozil und Andreas Babler zeigten sich am Dienstag zuversichtlich für den Ausgang der Mitgliederbefragung.
"Uns gehören 90 Prozent der Stimmen der 10.000 Neu-Mitglieder", heißt es aus dem Team von Andreas Babler. Bei seiner rund 60 Auftritte zählenden Tour sei Babler "mit über 10.000 Parteimitgliedern persönlich ins Gespräch gekommen", wie es in einer Aussendung heißt.
Weiterlesen: Rendi, Doskozil oder Babler – so stehen ihre Chancen
Laut dem Abgeordneten Max Lercher werde Doskozil als parteiinterner Sieger "die größte Wahlrückholaktion starten, die es in der Sozialdemokratie je gegeben hat". Burgenlands SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst erneuerte programmatische Ansagen: Mit Doskozil komme der Mindestlohn von 2.000 Euro, ein "starker Staat" nach burgenländischem Vorbild etwa in der Pflege sowie die Beseitigung der Zwei-Klassen-Medizin. Auch wenn Rendi-Wagner und Doskozil parteiintern als leichte Favoriten gelten, ist der Ausgang des Votums offen.
Das Ergebnis soll jedoch erst in 2 Wochen vorliegen. Die Wahlkommission wird am 22. Mai zusammentreten, um die eingesandten Stimmen auszuwerten. Sowohl Rendi-Wagner als auch Doskozil haben klargestellt, dass sie das Votum der Mitglieder auch dann akzeptieren werden, wenn keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erhält. Babler hingegen würde auch als Zweiter oder Dritter der Mitgliederbefragung beim Parteitag kandidieren, sollte der Abstand zum Ersten gering sein.
Warum dauert es 12 Tage bis zum Ergebnis? Da der Poststempel am 10. Mai gilt, muss sechs bis sieben Werktage gewartet werden, damit wirklich alle Stimm-Karten postalisch ankommen. Dann erst tritt die Wahlkommission zusammen.
Abgeschlossen wird das Prozedere mit einem außerordentlichen Parteitag am 3. Juni in Linz, wo die Parteispitze von den SPÖ-Delegierten gewählt werden muss. Dort wird dann über den Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur bei der kommenden Nationalratswahl abgestimmt.