"Richtig angepisst!" Schweiz-Wut nach Kriechmayr-Start

Vincent Kriechmayr durfte mit einer Ausnahmegenehmigung starten.
Vincent Kriechmayr durfte mit einer Ausnahmegenehmigung starten.Gepa
Österreichs Ski-Star Vincent Kriechmayr startete in der ersten Wengen-Abfahrt am Freitag mit einer Sondererlaubnis, trat eine Welle der Empörung los. 

Der 30-Jährige wurde nach einer Corona-Infektion erst am Mittwoch aus seiner Quarantäne entlassen, konnte deshalb nicht an den Abfahrtstrainings auf dem Lauberhorn teilnehmen. Der Start bei einem Trainingslauf ist jedoch laut FIS-Reglement notwendig, um eine Start-Genehmigung für die Abfahrt zu erhalten. 

FIS-Renndirektor Markus Waldner machte für Kriechmayr jedoch eine Ausnahme. Am Freitagvormittag fuhr der Oberösterreicher aus dem Starthaus, hatte damit die Voraussetzung des Starts bei einem Training erfüllt. Und schwang sofort wieder ab. Den Schweizer Medien passte Kriechmayrs "Zwei-Sekunden-Lauf" so gar nicht. 

"Bin richtig angepisst"

Und auch der Schweizer Ski-Verband schäumte. Nach Präsident Urs Lehmann fand auch Alpin-Direktor Walter Reusser nach der Abfahrt, die Doppelweltmeister Kriechmayr als Zwölfter beendete, klare Worte. 

"Ich bin richtig angepisst. Es geht gar nicht, dass Vincent Kriechmayr starten darf", polterte der Alpin-Direktor im "Blick", hielt aber gleichzeitig fest, dass er nichts gegen den Oberösterreicher habe. "Aber für uns ist der Fall klar: Ohne Trainingsfahrt gibt es kein Rennen. Ende, fertig. Da können wir auch nichts dafür. Es ist nicht fair", schäumte Reusser. 

"Weil wir uns an die Regeln gehalten haben"

Und ergänzte, dass sich auch weitere Skiläufer in derselben Situation befunden hätten. "Die FIS gab Ende Dezember eine Regelung heraus: Nach einem positiven PCR-Test muss man zehn Tage warten und einen negativen Test vorweisen. Darum sind ja auch unsere Frauen nicht gefahren, weil wir uns an die Regeln gehalten haben", erklärte der 45-Jährige die Corona-Pausen von Lara Gut-Behrami und Co. 

"Dass Kriechmayr am Samstag noch positiv war und heute die Abfahrt bestreiten darf - das ist unterm Hund", ergänzte der Alpin-Direktor, der im Schweizer Fernsehen ebenso deutlich war: "Hier wird die Regel mit Füßen getreten. Das ist ein reiner Kindergarten." 

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