Risse im Eis – Arktis droht der Gletscher-Kollaps

Arktis-Forscher sind in großer Sorge, denn einer der größten Gletscher der Welt - der Thwaites-Gletscher - droht zu kollabieren.
Arktis-Forscher sind in großer Sorge, denn einer der größten Gletscher der Welt - der Thwaites-Gletscher - droht zu kollabieren.Getty Images/iStockphoto
In der Antarktis wurden Rekord-Temperaturen gemessen. Die Folgen der Erderhitzung sind an den Gletschern besonders dramatisch.

2021 hatte für Klimaschützer echte Schreckensmeldungen parat. Der Golfstrom wird schwächer, droht zu versiegen. Und nun soll auch der gigantische Thwaites-Gletscher in der Antarktis (Südpol) zerbrechen.

Der Gletscher (so groß wie Großbritannien) wird aufgrund der Erderhitzung immer weniger. Er schmilzt sogar schneller als erwartet und bekommt gefährliche Risse im Eis. Löst sich der im Wasser befindliche Teil von seinem Landstück, dann droht wahrlich Ungemach. Das geschmolzene Eis würde ins Meer strömen, der Meeresspiegel empfindlich ansteigen. Forscher befürchten eine Kettenreaktion und einen Meeresspiegelanstieg um gleich mehrere Meter.

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Alarmglocken, bitte läuten!

Bereits jetzt sind die dramatischen Folgen der Erderhitzung in der Antarktis zu spüren. 2020 wurde ein trauriger Hitze-Rekord gemessen: 18,3 Grad. Mit der voranschreitenden Klimakrise schmelzen die Gletscher, mit irreversiblen Folgen.

Klimaforscher warnen, dass bereits innerhalb von weniger als zehn Jahren ein auf dem Meer schwimmender Teil an der Vorderseite des Thwaites-Gletschers wegbrechen - mit den Worten von US-Glaziologe Ted Scambos ausgedrückt "zersplittern wie die Windschutzscheibe eines Autos" - könne. Grund dafür sei warmes Wasser, das unter den Gletscher gelange.

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Der Thwaites-Gletscher, der auch als "Doomsday Glacier" (Gletscher des Jüngsten Gerichts) bezeichnet wird, liegt in dem als Marie-Byrd-Land bezeichneten westlichen Teil der Antarktis. Sollte das gesamte Eis im Einzugsgebiet des Gletschers eines Tages schmelzen, würde das laut Forschungsberichten den Meeresspiegel um bis zu 65 Zentimeter steigen lassen.

Mit diesem Szenario, auf das sich die Bezeichnung mit dem Jüngsten Gericht bezieht, wird aber erst in mehreren Jahrhunderten gerechnet. Die Menge an Eis, die den Gletscher verlässt, hat sich nach Angaben der Arktis-Forscher in den vergangenen 30 Jahren allerdings verdoppelt.

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