Viele Gamer suchen im Internet nach Abkürzungen zum Erfolg. Besonders bei beliebten Spielen sind angebliche Geheimtools, Cheats oder Programme gefragt, die bessere Chancen im Spiel versprechen. Doch genau diese Suche nutzen Cyberkriminelle aus. Eine aktuelle Analyse von Bitdefender zeigt, dass Spieler, die nach unerlaubten Hilfsmitteln für "Roblox" suchen, selbst ins Visier von Hackern geraten können. Statt eines funktionierenden Cheats bekommen sie dabei Schadsoftware auf ihren Rechner.
Ausgangspunkt der aktuellen Angriffswelle ist laut Bitdefender eine manipulierte Version des Skript-Programms Xeno Roblox. Das Tool wird in Gaming-Foren und Discord-Gruppen verbreitet und als vermeintlich harmloses Programm dargestellt, mit dem Nutzer angeblich zusätzliche Funktionen im Spiel freischalten oder Schutzmechanismen umgehen können. Hinter der Software steckt laut den Sicherheitsexperten jedoch eine Malware-Kampagne, die auf den Diebstahl persönlicher Daten ausgerichtet ist.
Die Angreifer setzen darauf, dass viele Spieler auf der Suche nach kostenlosen Vorteilen im Spiel weniger vorsichtig sind. Die manipulierte Software wirkt zunächst wie ein normales Cheat-Programm, startet nach der Installation aber eine mehrstufige Infektion. Laut Bitdefender nutzen die Täter dabei unter anderem eine Java-basierte Angriffskette, um die Schadsoftware möglichst unauffällig auf dem Gerät auszuführen. Die Angriffe seien seit der zweiten Märzhälfte 2026 auf einem hohen Niveau geblieben.
Die Sicherheitsforscher beobachten außerdem, dass die Hintermänner ihre Infrastruktur weiter ausbauen. Neue Steuerungsserver und zusätzliche Funktionen deuten laut Analyse darauf hin, dass die Kampagne laufend angepasst wird. Ist ein Gerät infiziert, können die Angreifer auf zahlreiche Informationen zugreifen. Dazu gehören etwa gespeicherte Zugangsdaten, Browser-Daten und Informationen aus verschiedenen Nutzerkonten. Besonders interessant sind für die Täter offenbar Accounts rund um Gaming-Plattformen.
Im Fokus stehen unter anderem Konten für Roblox und Minecraft sowie Zugänge zum Kommunikationsdienst Discord. Darüber hinaus können auch Browser-Cookies ausgelesen werden. Betroffen sind laut Bitdefender unter anderem Brave, Chrome, Edge, Opera, Opera GX und Vivaldi. Die Schadsoftware kann Tastatureingaben aufzeichnen, Mausbewegungen verfolgen und Inhalte vom Bildschirm oder der Webcam erfassen. Dadurch könnten Angreifer sensible Informationen mitlesen oder die Kontrolle über ein betroffenes Gerät übernehmen.
Die Hacker interessieren sich nicht nur für Spieldaten. Laut Bitdefender sucht die Malware gezielt nach Informationen, die für weitere Betrugsversuche genutzt werden können. Dazu gehören Daten aus digitalen Geldbörsen für Kryptowährungen, darunter beispielsweise Exodus, Atomic, Cake Wallet, SafePal, TronWallet und Monero Wallet. Auch gespeicherte Zahlungsinformationen können ein Ziel sein. Zusätzlich durchsucht die Schadsoftware installierte Programme auf dem Rechner.
Die Angreifer versuchen dadurch herauszufinden, welche Anwendungen vorhanden sind und welche Daten sich besonders lohnen könnten. Dazu zählen unter anderem Entwicklungsprogramme wie Visual Studio, Git, JetBrains-Tools oder Python IDLE. Auch Spieleplattformen wie Steam, Rockstar Games Launcher, Battle.net, Epic Games Launcher und Riot Client werden laut Analyse überprüft.
Die Suche nach Programmen geht laut Bitdefender noch weiter. Die Malware überprüft auch VPN-Anwendungen wie NordVPN, Mullvad VPN, ExpressVPN und Surfshark sowie verschiedene Kommunikationsdienste. Auf der Liste stehen unter anderem Telegram, Snapchat, WhatsApp und Discord. Dadurch könnten Angreifer versuchen, weitere persönliche Informationen zu sammeln oder zusätzliche Konten zu übernehmen. Für Nutzer bedeutet das: Gerade bei angeblichen Gratis-Tools, Cheats oder Erweiterungen für Spiele ist Vorsicht wichtig.
Programme aus unbekannten Quellen können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Die aktuelle Kampagne zeigt laut Bitdefender ein bekanntes Muster in der Cyberkriminalität: Angreifer nutzen die Interessen und das Verhalten ihrer Opfer aus. Wer einen Vorteil im Spiel sucht, bekommt stattdessen ein Programm, das den eigenen Rechner gefährdet. Besonders problematisch ist, dass die gefälschten Tools über Orte verbreitet werden, die für viele Spieler alltäglich sind. Gaming-Foren und Discord-Communities wirken auf den ersten Blick vertraut.