Regen statt Hitze

Darum irren sich die Wetter-Apps bei der Hitze so oft

Österreich glüht bei der aktuellen Hitzewelle bei bis zu 40 Grad, doch einige Wetter-Apps zeigen Regen an. Warum die Apps so oft danebenliegen.
Digital  Heute
03.08.2026, 18:45
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Ein Blick aufs Handy macht im Sommer manchmal Hoffnung: Gewitter sollen kommen, Regen ist angekündigt, die Temperaturen sollen sinken. Doch dann passiert nichts. Die Luft bleibt heiß und schwül, der ersehnte Regenguss bleibt aus, stattdessen wird es noch heißer. Viele Menschen kennen das Problem: Am Nachmittag zeigt die Wetter-App eine hohe Wahrscheinlichkeit für Gewitter am Abend an oder sagt, dass es aktuell gerade regnet. Gleichzeitig ist aber keinerlei Wolke in Sicht und die Sonne brennt vom Himmel.

Gerade bei sommerlichen Wetterlagen kommen Wetter-Apps häufig an ihre Grenzen. Der Grund liegt nicht darin, dass die Technik grundsätzlich schlecht ist. Vielmehr sind manche Wetterereignisse so kleinräumig und spontan, dass sie sich nur schwer genau vorhersagen lassen. Besonders schwierig sind sogenannte Schauer- und Gewitterlagen. Während an einem Ort heftiger Regen niedergeht, kann wenige Kilometer weiter die Sonne scheinen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Gewitter können auf wenigen Kilometern entscheiden

Das war auch bei einer sommerlichen Wetterlage in Wien zu beobachten: Während es in Teilen der Stadt heiß und sonnig blieb, zeigten manche Wetter-Apps gleichzeitig deutlich kühlere Temperaturen und Regen an. Kurz darauf änderten sich die Werte wieder. Der Grund dafür: Sommerliche Gewitter entstehen oft sehr lokal. Eine einzelne Gewitterzelle kann eine Straße treffen, während ein anderer Stadtteil trocken bleibt.

Meteorologen sprechen bei solchen Situationen von einer instabilen Wetterlage. Schon wenige Sonnenstunden können den Boden stark erwärmen. Die warme Luft steigt auf, trifft auf feuchtere Luftschichten und kann dadurch Schauer oder Gewitter auslösen. "Dies kann zu einer labilen Schichtung der Luft führen, weshalb die Schauer- und Gewitterneigung erhöht ist", erklärte UBIMET-Meteorologe Nikolas Zimmermann bereits zuvor gegenüber "Heute".

Warum Wetter-Apps keine eigene Vorhersage machen

Viele Nutzer gehen davon aus, dass eine Wetter-App das Wetter direkt für den eigenen Standort berechnet. Tatsächlich funktioniert es aber meist anders. Die meisten Apps greifen auf große Wettermodelle zurück. Dabei wird die Atmosphäre mit Millionen von Datenpunkten berechnet. Für eine konkrete Stadt oder einen bestimmten Standort verwendet die App häufig die Werte eines nahegelegenen Modellpunkts und übersetzt diese anschließend in einfache Symbole wie Sonne, Wolken, Regen oder Gewitter.

Diese Modelle sind allerdings nicht unbegrenzt genau. Besonders kleine Wetterereignisse können sie nur eingeschränkt erfassen. "Die meisten Wetterapps verwenden nämlich für ihre Prognosen ein globales Wettermodell, wie beispielsweise das frei verfügbare, amerikanische GFS-Modell. Wenn man in einer Wetter-App also die Prognose für einen Ort bzw. eine Koordinate abfragt, wird der Wetterablauf am nächst gelegenen Gitterpunkt des Modells dargestellt bzw. von der App zu einer Wetterprognose mit Wettersymbolen übersetzt und vereinfacht", erklärte Zimmermann.

Kleine Wetterzellen sind schwer zu berechnen

Das Problem liegt vor allem in der Größe der Berechnungen. Globale Wettermodelle arbeiten mit bestimmten Abständen zwischen den einzelnen Berechnungspunkten. Sehr kleine Gewitterzellen oder lokale Regenschauer können kleiner sein als diese Abstände. Dadurch müssen solche Ereignisse vereinfacht berechnet werden. Die Modelle versuchen also abzuschätzen, wo Schauer oder Gewitter möglich sind, können aber nicht immer exakt sagen, welcher Ort tatsächlich getroffen wird.

"Solche Wetterphänomene sind kleinräumiger als die Modellmaschenweite", sagte Zimmermann. Deshalb müssten ihre Auswirkungen mit speziellen Berechnungen berücksichtigt werden. Bei großen Wetterfronten funktioniert diese Methode meist besser. Wenn eine markante Kaltfront im Sommer über ein Gebiet zieht, lässt sich die Entwicklung oft deutlich zuverlässiger berechnen. Schwieriger wird es bei sogenannten "Sumpflagen". Damit beschreiben Meteorologen Wetterlagen, bei denen sich warme, feuchte Luft kaum bewegt und viele kleine Gewitter entstehen können.

Warum die Vorhersage kurzfristig besser wird

Eine Wetter-App kann sich deshalb innerhalb weniger Stunden stark verändern. Neue Messdaten von Wetterstationen, Satelliten und Radargeräten fließen laufend ein und können die Prognose verändern. Gerade bei Gewittern lohnt sich deshalb ein kurzfristiger Blick auf aktuelle Wetterdaten. Eine Vorhersage mehrere Tage im Voraus kann zwar einen Trend zeigen, aber nicht immer ein einzelnes Gewitter exakt vorhersagen.

Für Nutzer bedeutet das: Wenn eine App Regen oder Gewitter anzeigt, heißt das nicht automatisch, dass es am eigenen Standort tatsächlich nass wird. Die Wahrscheinlichkeit beschreibt eine mögliche Entwicklung – keine Garantie. Trotz moderner Technik bleibt das Wetter eines der komplexesten Systeme der Natur. Computer können riesige Datenmengen verarbeiten, aber kleinste Veränderungen in der Atmosphäre können den Verlauf beeinflussen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.08.2026, 18:45