Manche Filme beginnen mit einer Katastrophe – und verbringen den Rest der Zeit damit, ihre emotionalen Trümmer aufzuräumen. "Für immer ein Teil von dir", der am 12. März in den Kinos startet, gehört genau in diese Kategorie. Im Mittelpunkt der Romanverfilmung von Colleen Hoover steht Kenna (Maika Monroe), deren Leben durch einen tragischen Autounfall aus den Fugen gerät. Ihr Freund Scotty (Rudy Pankow) stirbt, Kenna wird Fahrerflucht vorgeworfen und schließlich zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Ganz realistisch wirkt diese Vorgeschichte nicht. Dass Kenna, die nach dem Unfall unter Schock stand und selbst verletzt zusammenbrach, eine so lange Haftstrafe erhält, erscheint etwas konstruiert. Doch Realismus ist hier nicht der wichtigste Maßstab. Der Film will vor allem eines: eine große, emotionale Geschichte erzählen.
Nach ihrer Entlassung kehrt Kenna in ihre Heimatstadt zurück – und merkt schnell, dass dort niemand ihre Vergangenheit vergessen hat. Einen Job zu finden wird zum Hindernislauf, und auch die Familie ihres verstorbenen Freundes begegnet ihr mit eisiger Ablehnung.
Dabei verbindet Kenna und Scotty weiterhin etwas: Während ihrer Haft brachte sie ein Kind zur Welt. Das Mädchen wächst bei Scottys Eltern auf. Für Kenna bedeutet die Rückkehr daher vor allem eine Hoffnung – endlich den Menschen kennenzulernen, der aus ihrer großen Liebe entstanden ist.
Kompliziert wird die Situation, als Kenna ausgerechnet Scottys besten Freund Ledger (Tyriq Withers) näher kommt. Eine Liebesgeschichte zwischen der Ex-Freundin und dem besten Freund des Verstorbenen – das klingt zunächst wie ein klassisches Filmklischee. Gleichzeitig ist es gar nicht so abwegig. Beste Freunde teilen oft ähnliche Werte, Gedanken und Gefühle. Dass daraus Nähe entstehen kann, wirkt deshalb fast logisch.
Trotzdem schwebt über der Beziehung ein schlechtes Gewissen. Beide wissen, wie unmöglich diese Liebe eigentlich scheint – vor allem, als Scottys Eltern davon erfahren.
Besonders gelungen zeigt der Film die Dynamik von Trauer innerhalb einer Familie. Jeder leidet – aber jeder glaubt auch, der eigene Schmerz sei der größte. Vor allem Scottys Eltern, gespielt von Lauren Graham und Bradley Whitford, klammern sich an ihre Wut, weil sie sonst vielleicht mit der Leere konfrontiert wären, die ihr Verlust hinterlassen hat.
"Für immer ein Teil von dir" ist kein subtiler Film. Die Geschichte greift tief in die Gefühlskiste, und manche Wendungen wirken vorhersehbar. Trotzdem hat das Drama eine klare Botschaft: Niemand kann die Vergangenheit ändern, so sehr man es sich auch wünscht.
Was bleibt, ist die Entscheidung, wie man mit dem Verlust weiterlebt. Und manchmal bedeutet das, der Liebe eine zweite Chance zu geben – selbst dann, wenn sie unter den kompliziertesten Umständen entsteht.