Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind laut den dortigen Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. In Slowjansk, im Osten der Region Donezk, wurde ein Ehepaar bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe getötet, wie die Staatsanwaltschaft vor Ort mitteilte. Der 20-jährige Bub des Paares hat die Attacke verletzt überlebt. Slowjansk liegt rund 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt und wird immer wieder von russischen Truppen angegriffen.
Auch aus dem Süden der Ukraine gibt es neue Meldungen über russische Angriffe. In der Stadt Odessa im Süden des Landes wurden laut dem Gouverneur Oleh Kiper knapp zwei Dutzend Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Kiper zufolge hat Russland mehr als 50 Angriffsdrohnen auf die Region losgeschickt. Dutzende Wohnhäuser, eine Kirche und mehrere Schulen wurden dabei beschädigt. Neun Menschen mussten ins Spital gebracht werden, darunter zwei Kinder und eine Schwangere. Die Einsatzkräfte haben 14 Menschen aus den Trümmern gerettet, es könnten aber noch weitere Opfer unter den eingestürzten Gebäuden verschüttet sein. Die Rettungsarbeiten laufen weiter.
Von der Regionalverwaltung veröffentlichte Fotos, die von der Nachrichtenagentur AFP nicht überprüft werden konnten, zeigen zerstörte Gebäude durch Explosionen und Einsatzkräfte, die versuchen, ein brennendes Haus zu löschen. Nach Angaben der ukrainischen Luftabwehr wurden in der Nacht auf Dienstag 165 russische Angriffsdrohnen auf Ziele in der Ukraine gelenkt, 135 davon konnten abgeschossen werden.
Russland hat in den letzten Wochen seine Angriffe auf Odessa verstärkt. Besonders Einrichtungen für Logistik und Energie wurden ins Visier genommen. Zuletzt wurden in der Region Odessa auch zivile Schiffe, die unter ausländischer Flagge fahren, angegriffen.
Die Angriffe passieren nur wenige Tage vor neuen Gesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA. Laut Washington und Kiew sollen diese Verhandlungen am Sonntag in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fortgesetzt werden.