In der Ukraine sitzen nach neuen russischen Angriffen wieder tausende Menschen ohne Heizung und Wasser da. In der Nacht auf Samstag hat das russische Militär mit Drohnen und Raketen erneut die Infrastruktur im Land angegriffen. Besonders betroffen waren Energieanlagen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Medien erklärte. Auch ein Bahnhof in Fastiw, etwa 70 Kilometer südwestlich von Kiew, wurde zerstört.
Im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind laut Wiederaufbau-Minister Oleksij Kuleba 9.500 Menschen ohne Heizung und 34.000 ohne Wasser, weil die russischen Angriffe große Schäden angerichtet haben.
Die Regierung in Kiew hat deswegen eine Dringlichkeitssitzung einberufen, teilte Regierungschefin Julia Swyrydenko im Internetdienst X mit. Sie warnte, dass es durch die Reparaturarbeiten auch in anderen Landesteilen zu Stromausfällen kommen kann.
Die ukrainische Luftwaffe berichtete, dass Russland in der Nacht insgesamt 65 Drohnen und 51 Raketen eingesetzt hat. "Die Hauptziele dieser Angriffe waren wieder Energieanlagen", sagte Selenskyj. "Russlands Ziel ist es, Millionen Ukrainer leiden zu lassen." Die Angriffe trafen demnach auch Energieanlagen in den Regionen Tschernihiw, Saporischschja, Lwiw und Dnipropetrowsk.
Beim Angriff auf den Bahnhof in Fastiw wurde laut Bahnbetreiber niemand verletzt, allerdings kam der Vorort-Bahnverkehr zum Erliegen.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 attackiert Moskau immer wieder gezielt die Energieversorgung der Ukraine. Gerade jetzt, im Winter, trifft das die Menschen besonders hart – auch weit weg von der Front. Die Ukraine wiederum greift seit Monaten verstärkt russische Ölanlagen an, um Moskau die Einnahmen aus dem Ölexport zu nehmen.