Russland hat beim nächtlichen Angriff auf die Region Kiew erneut seine gefürchtete Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Das Geschoss ging in der 200.000-Einwohner-Stadt Bila Zerkwa nieder, rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt.
Doch die vermeintliche Wunderwaffe enttäuschte offenbar selbst russische Beobachter. Wie schon bei den beiden vorherigen Einsätzen war die Rakete mit leeren Testsprengköpfen bestückt. Größere Explosionen blieben aus.
Wie NTV berichtet, spotteten sogar russische Militärblogger über den Angriff. Der Blogger Romanow schrieb auf Telegram: "Nicht einmal Explosionen gab es. Einfach nur extrem teures Metall, sinnlos in den Boden geschossen. Für ein hübsches Bild, an das ohnehin niemand mehr glaubt."
Die tatsächlichen Schäden hielten sich in Grenzen: Der ukrainische Katastrophenschutz meldete lediglich drei zerstörte Garagen in Bila Zerkwa. Auf einem Kanal des inhaftierten Ultranationalisten Igor Girkin hieß es: "Wieder nur leere Blindgänger, die außer einem coolen Spezialeffekt im Grunde nichts bringen."
Moskau verkauft die Oreschnik als Wunderwaffe, die angeblich von keiner Flugabwehr abgeschossen werden kann. Mit bis zu 12.000 km/h ist sie tatsächlich extrem schnell. Doch ohne echte Sprengköpfe bleibt der militärische Nutzen fraglich.
Während die Oreschnik kaum Schaden anrichtete, war der Gesamtangriff auf die Region Kiew dennoch verheerend.
Durch den massenhaften Einsatz von Drohnen und Marschflugkörpern starben vier Menschen. An Dutzenden Einschlagsorten gab es große Zerstörungen.