Wehrschütz in ZIB2

"Sturmreif schießen" – das ist der perfide Plan Putins

Bei Drohnenangriffen auf ukrainische Städte wurden mindestens 19 Menschen getötet, darunter auch Zivilisten auf einem Bahnhof in Dnipro.
29.10.2026, 22:20
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Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen voll besetzten Bahnsteig in der ukrainischen Stadt Dnipro sind am Donnerstag mindestens 14 Menschen getötet worden. Bei Angriffen auf andere Städte kamen fünf weitere Menschen ums Leben. Gleichzeitig hielt eine örtliche Waffenruhe in der Region Cherson. Sie weckte vorsichtige Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche.

In der nordukrainischen Stadt Tschernihiw wurden zwei Jugendliche auf einer Straße im Zentrum getötet. Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in Krementschuk starben drei Menschen. "Russland jagt gezielt Zivilisten: in Zügen, auf Bahnhöfen und in Wohnhäusern", sagte der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj auf Telegram.

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Moskau hatte klargestellt, dass die sechstägige, mit Unterstützung der USA vermittelte humanitäre Waffenruhe nur für die südukrainische Region Cherson gilt. Sie soll Hilfslieferungen in die von Russland kontrollierte Stadt Oleschky ermöglichen. Der Ort ist seit Beginn der russischen Invasion Anfang 2022 in einem Kriegsgebiet eingeschlossen.

Russland will Ukraine "sturmreif schießen"

Für den ORF analysierte Christian Wehrschütz am Donnerstagabend in der "ZIB2" die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Hinter den Angriffen auch auf zivile Ziele gehe es um eine strategische Luftkriegsführung.

Dabei werde alles angegriffen, was militärisch und wirtschaftlich relevant ist, etwa Lokomotiven und wichtige Infrastruktur. Einen Gegner, den man an der Frontlinie nicht überrennen kann, versucht man auf diese Weise gewissermaßen "sturmreif zu schießen" und zur Kapitulation zu zwingen, so Wehrschütz im Gespräch mit Margit Laufer.

Diese Strategie bringe die Ukraine zunehmend an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Viele Menschen verlassen deshalb Kiew und flüchten in den Westen des Landes, wo es weniger Luftangriffe gibt.

An eine Ausweitung der Waffenruhe glaubt der Experte indes nicht. Die Waffenruhe sei "sicherlich isoliert zu betrachten". Wehrschütz vermutet dahinter "Propaganda-Schachzüge" der USA aufgrund der bevorstehenden Midterm-Wahlen.

red, 29.10.2026, 22:20