WM-Gipfel in Dallas, Texas! Das ÖFB-Team fordert am Montagabend (19 Uhr) Weltmeister Argentinien mit Superstar Lionel Messi im zweiten Gruppenspiel zum heißen Tanz. Mit einem Sieg wäre Österreich schon fix weiter, mit einem Remis ebenfalls so gut wie sicher. Die Aufgabe könnte mit dem Titelverteidiger aber keine größere sein.
Am Abend vor dem heißen Duell zur Mittagszeit (33 Grad, Stadion auf 22 Grad gekühlt) verraten Teamchef Ralf Rangnick und sein Star Marcel Sabitzer letzte Details über den Kracher in den USA. Alle Aussagen von der abschließenden Pressekonferenz.
Argentinien? Fangen wir mit den Schwächen an, die sind schneller erzählt. Es gibt wenige bis keine. Sie sind individuell überragend besetzt, können mit zwei bis drei verschiedenen Mannschaft spielen. Sie haben den besten Spieler aller Zeiten in ihren Reihen.
Sie haben viel Ballbesitz, aber nicht aus Selbstzweck, sondern auch, um den einen oder anderen langen Ball einzustreuen. Darauf haben wir die Mannschaft vorbereitet.
Lionel Messi läuft vielleicht nicht mehr ganz so viel wie früher, bleibt auch gerne mal vorne stehen. Daher sind sie zwar grundsätzlich im Gegenpressing einen weniger. Aber das macht ihn auf der anderen Seite auch wieder gefährlich. Darauf müssen wir vorbereitet sein, dass wir zulassen, dass er in freien Ballbesitz kommt. Aber Argentinien ist viel mehr als nur Lionel Messi, die Mannschaft ist in jeder Position hervorragend besetzt.
In der Regel haben wir in jedem Spiel ein taktisches und psychologisches Drehbuch. Da machen wir schon noch etwas vor dem Spiel, was vielleicht zusätzliche Inspiration bringt. Motivation brauchen sie nicht. Was hier morgen mit 95.000 Zuschauern los sein wird, mit geschlossenem Dach, kann man sich schon vorstellen.
Argentinien und Trainer Lionel Scaloni? Es hat sich nicht so verändert. Er hat ein paar neue Spieler. Sie haben grundsätzlich gerne den eigenen Ballbesitz, nützen aber jede Lücke, um den Ball vertikal zu spielen. Das macht sie sehr schwer ausrechenbar, es ist aber auch klar, worauf wir achten müssen.
Der Temperatur-Unterschied zum Teamcamp in Kalifornien? Es war schon das Gefühl beim Aussteigen, als blasen einem hundert Föhne entgegen. Das Stadion ist aber klimatisiert und darum macht uns das keine Probleme.
Wer sehr viel Geld verdienen will, geht noch in ein Wettbüro und setzt auf einen Sieg Österreich. Wir spielen morgen gegen alle Wahrscheinlichkeit. Sicher wäre auch schon ein Unentschieden eine Überraschung. Aber ich halte das für möglich. Über unsere Strategie, gepaart mit dem Mut, haben wir die Chance.
Der Zustand von Stefan Posch (Kieferbruch)? Er hat gestern und heute mit der Maske trainiert. Er musste dazu zwei Mal nach Los Angeles reisen. Er ist einsatzbereit, wie alle anderen auch.
Morgen ist ein großes Spiel für uns, eine tolle Chance. Stadion und Rahmenbedingungen sind sehr gut. Wir sind hier, um das Spiel zu gewinnen. Wir wissen, was vor uns steht. Eine sehr gute Mannschaft mit einem Ausnahmespieler. Sie werden uns das Leben schwer machen, aber wir sind hier, um ihnen wehzutuen.
Mein 100. Spiel morgen … Das Spiel ist sehr besonders für mich. Das an diesem Ort – geht mir schon sehr nahe. Ich bin super fokussiert. Extramotivation vom Trainer braucht es nicht.
Die Erwartungshaltung war klar, dass wir gewinnen müssen – erstes Spiel bei der WM war für uns alle schwer. Das Wichtigste waren die drei Punkte, die haben wir eingefahren. Es ist ein Bonusspiel für uns. Wir wollen gewinnen, aber es ist weniger Druck auf dem Kessel, die Truppe ist relaxt. Wir als Mannschaft sind sowieso so eng zusammen, da passt nichts hinein.
Wir genießen die Zeit, hier zu sein. Es ist sehr aufregend für alle. Aber wir genießen es sehr, hier zu sein, und wollen unsere eigene Geschichte schreiben.
Die Anstoßzeit ist ein bisschen ungewöhnlich. Ich kenne es vom letzten Jahr aus der Klub-WM. Du musst es nehmen, wie es ist. Wir sind sehr froh, dass die Arena klimatisiert ist. Letztes Jahr haben wir in Cincinnati um 12 Uhr gespielt – ohne Klima.