Emotionales Interview

"Sag ihr, dass sie gehen darf" – Haider über seine Mama

Es ist der schwerste Moment seines Lebens: Alfons Haider erzählt im "Heute"-Talk, wie er seine Mutter loslassen musste und was danach geschah.
Romina Colerus
04.05.2026, 12:19
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Es war ein Satz, der für Alfons Haider (68) alles veränderte: "Sagen Sie ihr, dass sie gehen kann." Gesagt hat ihn eine Pflegerin, im Oktober 2023. Seine Mutter Anna war zu dem Zeitpunkt schwer krank, die Demenz hatte sie gezeichnet.

"Das ist das Unwürdigste, was man erleben kann", so Haider rückblickend im großen Interview mit "Heute". Einen geliebten Menschen so zerfallen zu sehen und nichts tun zu können. Trotzdem hielt sie durch. Für ihn. "Sie war nur noch da, weil sie glaubte, ich schaffe es sonst nicht."

Ein befreundeter Arzt hatte ihn schon Jahre zuvor gewarnt: "Du musst deine Mama gehen lassen." Haider wollte das nicht hören. Zu groß war die Angst vor dem Verlust. Bis zu diesem Moment.

Abschied mit einem "letzten Geschenk" von seiner Mutti

"Mutti, ich bin jetzt 65. Du kannst die Augen zumachen. Es ist okay." Zehn Minuten später war sie tot. Was folgte, war ein emotionaler Ausnahmezustand. "Ich habe geschrien." Eine junge Ärztin verhinderte, dass man ihn mit Medikamenten beruhigt. "Das muss raus hat sie gesagt", erinnert sich Haider zurück, während er mit den Tränen kämpft.

Und dann passierte etwas, das ihn bis heute trägt. Seine Mutter lag da – entspannt, mit einem leichten Lächeln. "Nicht grauslich, nicht verzerrt, sondern friedlich." Eine Pflegerin, die daneben stand, war selbst erschüttert. "So extrem habe ich das noch nie gesehen", sagte sie. Und nannte seine Mutter eine "Löwin".

Ein Wort, das Haider selbst immer für sie verwendet hatte. Dieser Moment wurde für ihn zum Abschied und gleichzeitig zum Trost. "Das war ihr letztes Geschenk." Doch die Zeit danach war hart. "Nach dem Begräbnis hat es mich komplett runtergerissen." Er dachte, sein Leben habe keinen Sinn mehr. Ein gefährlicher Punkt.

Heute spricht er offen darüber. Auch, um anderen zu helfen. "Man muss Abschiednehmen lernen", sagt er. Und man müsse rechtzeitig darüber sprechen, was passiert, wenn es so weit ist.

Am Dienstag, dem 5. Mai, stellt Haider sein Buch "Meine Mama, die Löwin" vor. Darin verarbeitet er genau diese Momente. Ehrlich, schonungslos und zutiefst persönlich.

{title && {title} } cor, {title && {title} } Akt. 04.05.2026, 12:58, 04.05.2026, 12:19
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen