"Um Gottes Willen – wen wird das interessieren?" Genau das hätte seine Mutter Anna gesagt, ist sich Alfons Haider (68) sicher. 2023 musste sich der Moderator von seiner geliebten Mama für immer verabschieden. Nun schrieb er ein Buch über sie, über ihn – über ihre gemeinsame Reise.
Bescheidenheit war ihr Markenzeichen. Trotz prominenter Kontakte – von Grace Jones bis Heinz Fischer – blieb sie immer bodenständig. "Für sie gab es keine Unterschiede zwischen Menschen", erzählt Haider im Gespräch mit "Heute".
Ob Opernball, Papstbesuch oder Promi-Treffen, sie behandelte alle gleich. Einmal sagte sie sogar zu Heinz Fischer, als er noch Bundespräsident war, nach einem Essen ganz offen ihre Meinung ("Ihr Kartoffelsalat sei besser, als der, der serviert wurde.") – und er lachte darüber.
Sie war direkt, ehrlich und gleichzeitig zurückhaltend. "Fernsehinterviews waren die Hölle für sie", erinnert sich Haider zurück: "Aus Angst, mich zu blamieren." Und doch lieferte sie oft genau dort die besten Pointen.
Auch im Privaten drängte sie sich nie in den Vordergrund. "Sie hätte sich nie wichtig gemacht. Das war ihr völlig fremd."
Dass nun ein ganzes Buch über sie erscheint, hätte sie kaum verstanden. "War ich wirklich so?", wäre wohl ihre zweite Reaktion gewesen, da ist sich Haider sicher.
„Da war sie wie eine Löwin“Alfons Haiderüber seine Mutti Anna
Dabei steckt in ihrer Geschichte viel mehr. Eine Frau, die ihren Sohn durch alle Höhen und Tiefen begleitet hat. Die ihn bei seinem Outing zunächst aus Angst schützen wollte und später umso stärker verteidigte. "Da war sie wie eine Löwin", sagt Haider.
Sogar 40 Stunden Therapie nahm sie auf sich, um seinen Lebensweg besser zu verstehen. Für Haider der größte Liebesbeweis.
Am Dienstag, dem 5. Mai, präsentiert er "Meine Mama, die Löwin" erstmals öffentlich. Ein Buch, das genau diese stille, starke Frau sichtbar macht.