Für Dienstagnachmittag (3. Februar) ist eine außerordentliche Sitzung des Kuratoriums der Salzburger Festspiele angesetzt. Anlass sollen Unstimmigkeiten bei der Nachbesetzung der Schauspielleitung sein. Intendant Markus Hinterhäuser hatte vor wenigen Tagen die frühere Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann als seine persönliche Favoritin genannt – offenbar habe diesen den offiziellen Bewerbungsprozess aber nicht durchlaufen. Das sorgt nun für Ärger und könnte in einen Konflikt zwischen dem Festspiel-Chef und dem Kuratorium münden.
Noch vor Kurzem galt Bergmann als heiße Anwärterin auf den begehrten Posten, der ab 2027 neu besetzt wird. Insgesamt gingen 23 Bewerbungen ein. Inzwischen wurde jedoch bekannt, dass sich die ehemalige Burgtheater-Chefin offenbar gar nicht beworben hat und auch nicht am Hearing teilgenommen hat. Hinterhäuser zeigt sich seither mit offiziellen Äußerungen zum Auswahlprozess der Schauspielleitung bedeckt.
Nach dem umstrittenen Abgang der Schauspielleiterin Marina Davydova im Jahr 2024 wird die Stelle der Schauspielleitung erstmals offiziell ausgeschrieben. Intendant Hinterhäuser hatte nach der aufsehenerregenden Trennung von Davydova gegenüber dem Kuratorium – in dem Bund, Stadt und Land Salzburg vertreten sind – zusagen müssen, den Posten öffentlich auszuschreiben und nicht wie bisher allein über die Vergabe zu entscheiden.
Rein theoretisch dürfte Hinterhäuser dies laut Geschäftsordnung zwar weiterhin. In der Praxis ist das Gehalt für eine Schauspielchefin jedoch wohl so hoch, dass die Zustimmung des Kuratoriums der Festspiele erforderlich ist. Deshalb wurde der Posten ausgeschrieben. Die Aussagen Hinterhäusers aus der vergangenen Woche gegenüber den Medien, wonach Bergmann seine persönliche Favoritin sei, dürften die Sitzung am Dienstagnachmittag nun ordentlich aufladen.