Die 39-jährige US-Amerikanerin gehört zu den Referees, die bei der Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und Mexiko pfeifen dürfen. Nun war es auch tatsächlich soweit. Penso leitete zum Auftakt des zweiten Spieltags das Duell Tschechien gegen Südafrika (1:1) – als erst zweite Frau der WM-Geschichte. Dabei bot Penso eine fehlerfreie Leistung.
Und hinterließ etwa auch beim deutschen Ex-Bundesliga-Referee Patrick Ittrich einen bleibenden Eindruck. Der 47-Jährige, der bei "MagentaTV" als Schiedsrichter-Experte tätig ist, lobte die 39-Jährige in den höchsten Tönen. Penso habe "die beste Schiedsrichterleistung bisher bei der WM" abgeliefert, meinte Ittrich.
"Die Art und Weise, wie sie mit Spielern umgeht, ist außerordentlich gewesen", meinte der Schiedsrichter-Experte. Penso würde einerseits ein Lächeln auf den Lippen tragen, gleichzeitig aber auch die Spieler direkt ansprechen und konsequent sein. "Im gesamten Kommunikationspaket, die Art und Weise, wie ich auf Menschen eingehe. Das ist das, was eine Schiedsrichterin oder einen Schiedsrichter ausmacht. Und das hat sie weltklasse gemacht", so Ittrich, der auch betonte, es sei unerheblich, dass eine Frau das Spiel leitete: "Da zählt die Qualität."
Penso hatte nach Meinung des deutschen Ex-Bundesliga-Referees auch die strittigste Szene des Spiels fehlerfrei gemeistert. Die 39-Jährige entschied nach Handspiel des Tschechen Pavel Sulc auf Elfmeter. Nach kurzer Bedenkzeit zeigte sie auf den Punkt. "Das ist für mich eine Weltklasse-Feldentscheidung. Sie hat das in einer Klarheit getroffen – das war einfach großartig. Das ist auch regeltechnisch ein klarer Handelfmeter. Am Ende geht es gegen den ausgestreckten Arm. Das ist eine Art Blocken. Das ist eine unnatürliche Körperhaltung. Das ist laut Regelwerk in unserer heutigen Zeit immer ein Strafstoß", analysierte Ittrich.
Die US-Amerikanerin pfeift seit 2020 regelmäßig in der MLS, stieg 2021 zur FIFA-Schiedsrichterin auf und leitete auch das Frauen-WM-Finale 2024. "Eine wirklich verblüffende Frau. Sie ist seit sechs Jahren in der Major League Soccer unterwegs, pfeift dort ununterbrochen Spiele und ist vor allen Dingen auch bekannt dafür, dass sie relativ gut spielt", meinte Ittrich. Und schob an: "Wenn ich da so an meine Performance denke in den letzten Jahren, dann muss ich sagen, ist sie vielleicht auch ein bisschen weiter als ich. Insofern: eine ganz, ganz tolle Frau."