Die Kritik rund um das "Horror-Haus" in Wien-Meidling reißt nicht ab. Nachdem sechs Mietparteien seit Jahren immer wieder mit katastrophalen Zuständen kämpfen – kein Strom, kein Warmwasser, Schimmel – wird die Situation immer schlimmer.
Die lang ersehnte Verhandlung vor der Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten der Stadt Wien (MA 50) fand vor rund einem Monat endlich statt; dem Eigentümer wurde aufgetragen, lebensgefährliche Mängel zu beheben. Doch die Frist dafür ist längst verstrichen und passiert ist bisher – zumindest laut Berichten der Bewohner – nichts.
Laut Bescheid der Schlichtungsstelle müsste etwa die provisorische und gefährliche Elektrik im Stiegenhaus fachgerecht repariert werden. Ein Amtsgutachten listete zudem schwere Missstände auf: ungesicherte Dachzugänge, massive Wasserschäden, ein kaputtes Haustor und Schäden an der Bausubstanz. Die Fristen der Stadt Wien sind offiziell verstrichen.
"Es ist kein einziger Arbeiter erschienen, um die Kabel zu sichern oder den Zustand der Bausubstanz zu prüfen. Stattdessen ließ der Eigentümer sogar das Fassadengerüst abbauen", schildern Betroffene, die teilweise seit Monaten in feuchten Wohnungen ausharren müssen.
Die KPÖ Meidling stellte nun eine offizielle Gefahrenmeldung an die Baupolizei (MA 37). "Wir fordern die sofortige Ersatzvornahme durch die Behörden. Wenn der Spekulant nicht baut, muss die Stadt Wien die Firmen schicken und sich das Geld vom Eigentümer zurückholen. Die Gesundheit der Menschen ist nicht verhandelbar", so Boris Petrus, Klubobmann der KPÖ Meidling.
Bei der MA 37 (Baupolizei) hat man das betreffende Gebäude bereits seit längerem am Radar und schaut regelmäßig vorbei. Bei einer Kontrolle vergangene Woche wurde immerhin keine Gefahr im Verzug festgestellt, wird auf "Heute"-Nachfrage erklärt. Schadhafte Fassadenteile und Fenster scheinen behoben worden zu sein. "Wir werden das Gebäude demnächst aber noch intensiver auf Baugebrechen überprüfen", heißt es.
Für die KPÖ Meidling sieht alles nach einer gezielten Strategie aus: Entmietung durch Verfall. Der Eigentümer hat bis zum letzten Tag der Frist gewartet, um von seinem Rechtsmittel Gebrauch zu machen. Das gesamte Verfahren wird nun vor dem Bezirksgericht erneut verhandelt. "Damit wird das Verfahren über Monate verschleppt, in denen nichts passiert. Die Bewohner:innen sind weiterhin zum Warten verdammt und müssen weiter in einem baufälligen Haus leben", kritisiert Petrus.