Schlägerei am Donaukanal: "Bande raubte mich aus"

Am Donaukanal wurden vier Personen verhaftet
Am Donaukanal wurden vier Personen verhaftetLeserreporter
Vor knapp zwei Wochen wurden vier junge Männer am Donaukanal festgenommen. Drei von ihnen erzählen nun in "Heute", was am besagten Abend passierte.

Der Donaukanal ist seit einigen Wochen die angesagteste Partymeile in Wien. Vor allem an den Wochenenden treffen sich dort tausende junge Leute, um es richtig krachen zu lassen. Doch nach der offiziellen Sperrstunde um 22 Uhr hört das Feiern nicht auf – die Party fängt nämlich erst so richtig an. Das sorgt bei den Anrainern für Ärger, denn bis in die frühen Morgenstunden wird laute Musik gespielt und geschrien. Aber nicht nur die Lärmerregungen, sondern auch Raufereien und Diebstähle beschäftigen die Wiener Polizei. Aus diesem Grund startete die Exekutive gemeinsam mit der Stadt Wien (Gruppe Sofortmaßnahmen) vergangenes Wochenende eine Schwerpunktaktion in der Innenstadt – "Heute"berichtete. 

Party am Donaukanal eskalierte

Am 30. Mai kam es am Donaukanal zu einer wilden Schlägerei zwischen mehreren jungen Männern. Dabei wurden vier Verdächtige von der Polizei festgenommen. Aufnahmen eines Leserreporters zeigen, wie eine Gruppe auf einen am Boden liegenden Mann eintritt"Heute" sprach mit dem 22-jährigen Oberösterreicher. Er und einige seiner Freunde machten sich am besagten Tag auf den Weg von Steyr nach Wien. "Da die Corona-Ausgangsbeschränkungen gefallen sind, beschlossen wir am Wiener Donaukanal zu feiern", erzählt er.

Doch als die Oberösterreicher dann am späten Abend beim Treppelweg waren, wurden sie, eigenen Angaben zufolge, von einer Männergruppe attackiert: "Die haben mich da einfach reingezogen." Seine Freunde wollten ihm natürlich helfen, bekamen aber auch Faustschläge ab. Kurz danach war bereits die alarmierte Polizei vor Ort und trennte die rabiaten Männer. Der Oberösterreicher erzählt, er wäre bei der Amtshandlung von den Beamten unfair behandelt worden: "Der Polizist hat mich an den Zaun gestoßen, obwohl ich nichts gemacht habe und das eigentliche Opfer war."

22-Jähriger: "Handy, Pass und Kapperl weg"

Laut dem Steyrer wäre die Rauferei nämlich absichtlich von der anderen Gruppe angezettelt worden, um ihn auszurauben. "Die nahmen mir mein Handy, meinen Pass und mein Kapperl weg. Kurz bevor die Polizei da war, hörten wir, wie die Komplizen der Täter von der Brücke pfiffen, um sie von der Exekutive zu warnen. Im selben Augenblick verschwanden die Schläger in der Menschenmenge."

Der Abend endete für die drei Oberösterreicher letztendlich ganz anders als geplant. Sie wurden vor Ort von der Polizei festgenommen und landeten in einer Zelle. Während zwei der Oberösterreicher noch am selben Abend freigelassen wurden, war der 22-Jährige, eigenen Angaben zufolge, bis am nächsten Tag in polizeilichem Gewahrsam.

Die Burschen wurden mehrfach angezeigt und müssen nun unter anderem wegen Beamtenbeleidigung über 960 Euro und wegen aggressiven Verhaltens 500 Euro bezahlen. Der 22-Jährige, der ausgeraubt wurde, wartet bislang noch auf seine Strafe. Die Clique möchte nun Einspruch gegen die Anzeigen erheben: "Wir wurden von der Polizei bei den Festnahmen verletzt, obwohl wir bei dem Angriff die Opfer waren."

Polizei: "Ermittlungen zu Straftaten laufen"

Die Pressestelle der Wiener Polizei bestätigte gegenüber "Heute", dass strafrechtliche Delikte in den vergangenen Wochen vorgekommen sind. "Es ist nicht auszuschließen, dass es in Zukunft nicht mehr zu Diebstählen, Raubhandel und Körperverletzungen kommen wird. Daher geht die Polizei mit Schwerpunktaktionen vor, um diese Handlungen zu unterbinden und rasch einschreiten zu können", so ein Polizeisprecher gegenüber "Heute".

Zudem gäbe es nach wie vor laufende Ermittlungen zu etwaigen Straftaten. Die Ergebnisse werden in weiterer Folge an die Staatsanwaltschaft übergeben, die dann letztendlich über alles weitere entscheidet. Wer jedoch Beschwerden gegen einzelne Amtshandlungen einbringen will, kann dies bei der Bürgerinformation der Polizei tun.

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