Europas Parkhäuser sind für Autofahrer oft ein großes Ärgernis - die Plätze sind oftmals zu klein, zu teuer und bergen noch weitere Gefahren in sich. Ein neuer ÖAMTC-Test hat die Parkhaus-Situation in 15 Städten analysiert. Ein "Sehr Gut" gab es für keines der 60 Parkhäuser, die österreichischen Vertreter schnitten besonders schlecht ab.
Europas Parkhäuser sind für Autofahrer oft ein großes Ärgernis - die Plätze sind oftmals zu klein, zu teuer und bergen noch weitere Gefahren in sich. Ein neuer ÖAMTC-Test hat die Parkhaus-Situation in 15 Städten analysiert. Ein "Sehr Gut" gab es für keines der 60 Parkhäuser, die österreichischen Vertreter schnitten besonders schlecht ab.
Vor europäischen Parkhäusern fürchten sich viele Autofahrer. Vor allem im Urlaub, wenn man mit einem ungewohnten Fahrzeug unterwegs ist, wird die Suche nach einem geeigneten Stellplatz zur Herausforderung. Verwinkelte Garagen, Dunkelheit und zu eng bemessene Parkplätze sorgen in einem unachtsamen Moment schnell für Schrammen.
Die Problematik hat mehrere Auto-Clubs, darunter auch der ÖAMTC, veranlasst, 60 Parkhäuser in 15 europäischen Ländern zu testen. Ein "Sehr Gut" gab es für keinen einzigen Testkandidaten, 39 von 60 Häusern erhielten immerhin die Note "Ausreichend". Neun Parkhäuser schnitten mit "Mangelhaft" und zwei sogar mit "Sehr mangelhaft" ab.
In Wien schnitt vor allem die Garage der Technischen Universität in der Wiener Operngasse miserabel ab, sie erntete ein "Sehr mangelhaft" und ist damit das schlechteste Parkhaus des gesamten Tests. Als "Mangelhaft" gilt der Standort Mariahilfer Straße. Die Parkhäuser Stiftgasse und Zimmermannplatz bekamen die Note "Ausreichend".
Reifenkiller lauert in der Wiener Operngasse
Grund für die negative Beurteilung der Technischen Universität sind nicht nur schmale Stellflächen, unübersichtliche Parkdecks und scharfkantige Beschläge an den Bordsteinen, die Reifenschäden verursachen können. "Speziell die steilen Rampen führten zu einer starken Abwertung - diese konnten teilweise nicht in einem Zug befahren werden", erklärte ÖAMTC-Experte Markus Schneider.
Im Städte-Vergleich schnitt Berlin mit drei "Gut" am besten ab. Testsieger wurde "Opera" aus Zürich. Der erst vergangenes Jahr eröffnete Standort punktet mit komfortablen Parkplätzen in schräger Anordnung, einem dynamischen Parkleitsystem, Helligkeit und Sicherheitspersonal vor Ort.
Probleme von der Einfahrt bis zum Stellplatz
Oft zieht sich die schlechte Planung wie ein roter Faden durch das ganze Parkhaus. Schon die Einfahrten sind oft zu schmal, im Inneren geht es mit zu schmalen Rampen weiter. Mehr als die Hälfte der Testkandidaten sind nicht mit Schrammborden ausgestattet. Bei der Parkplatzsuche gibt es nur bei jeder zweiten Garage eine Orientierungshilfe mit verständlicher Nummerierung, dynamische Parkleitsysteme nur bei jedem vierten Standort.
Für viel Ärger sorgt auch die Breite der Stellplätze. Bei mehr als einem Drittel der Parkhäuser sind die Parkplätze nur 2,30 Meter breit. Das ist auch die in den österreichischen Bauvorschriften verankerte Mindestbreite. Da dies nicht mehr zur Breite der meisten neuen Autos passt, fordert der ÖAMTC eine Breite von 2,50 Metern und eine Länge von fünf Metern. So lassen sich Kratzer und Dellen am benachbarten und am eigenen Fahrzeug vermeiden.
Minütliche Abrechnung gefordert
Auch die Kosten sind nicht immer fair bemessen. Die meisten Garagen berechnen ihre Tarife im 60-Minuten-, beim überwiegenden Teil aber im 30-Minuten-Takt. Nur in Spanien wird minütlich abgerechnet, was der ÖAMTC ebenfalls fordert. Kurze Aufenthalte im Parkhaus kommen dann weniger teuer zu stehen.