Schlinge um Islam-Sittenwächter zieht sich zu

Schauderhafte Zeugnisse einer Parallelwelt mitten in Wien.
Schauderhafte Zeugnisse einer Parallelwelt mitten in Wien.zVg
Mitten in Wien: Selbsternannte Sittenwächter misshandelten Buben, weil dieser mit einer Tschetschenin flirtete. Die Polizei jagt nun die Täter.

Es sind Zeugnisse einer dunklen Parallelwelt, die die meisten Wiener gar nicht kennen. Die Rede ist von selbsternannten Islam-Sittenwächtern, die in der tschetschenischen Community Selbstjustiz üben. "Heute"  liegen Videos vor, auf denen ein junger Wiener mit serbischen Wurzeln brutal misshandelt wird, nur weil er mit einer Tschetschenin geflirtet haben soll. Nach schmerzhaften Faustschlägen, dutzenden Ohrfeigen und Tritten demütigen die Täter ihr Opfer auch noch und verlangen von ihm sich auf Knien als H******** zu bezeichnen - "Heute" berichtete. 

Besonders schockiert zeigte sich Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) über das jetzt enthüllte Video. "Es kann nicht sein, dass sich hier Strukturen entwickeln, die nichts mit unserem Verständnis des Rechtsstaates zu tun haben. Wir analysieren diese Gruppe genau und werden jede Spur bis ins letzte Detail verfolgen", so der Innenminister. Die Aktion Scharf gegen die Sittenwächter ist bereits im Gange. Die Kriminalpolizei ermittelt auf Hochtouren und jagt die Täter. 

Bei den sechs Festgenommenen wurden Mobiltelefone, diverse Gas- und Schreckschusswaffen sowie 5.000 Euro in Bargeld sichergestellt (Archivfoto der Polizei-Razzia gegen Sittenwächter - datiert vom  10.09.2020)
Bei den sechs Festgenommenen wurden Mobiltelefone, diverse Gas- und Schreckschusswaffen sowie 5.000 Euro in Bargeld sichergestellt (Archivfoto der Polizei-Razzia gegen Sittenwächter - datiert vom  10.09.2020)LPD Wien

Kriminalamt ermittelt gegen Gruppe aus Tschetschenien

Bereits seit Februar 2020 ermittelt die Kriminalpolizei gegen die Tätergruppe. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung selbsternannter "Sittenwächter" aus Tschetschenien. Die Organisation ist hierarchisch strukturiert und in geheimen Chatgruppen organisiert. Dabei beobachteten die Verdächtigen das Verhalten tschetschenischstämmiger Frauen im Internet und im öffentlichen Raum.

Sobald die Täter ein "Fehlverhalten" feststellten, setzten sie entsprechende Maßnahmen. Dazu zählten unter anderem Belehrungen, prangermäßiges Aushängen von Fotos vor Moscheen, Verfolgung oder auch körperliche Misshandlungen. Der Grund: die Nichtbefolgung der islamistisch-konservativ beeinflussten Normen ("Adat").

Mittlerweile werden in einem Ermittlungsakt elf namentlich bekannte Personen, davon eine Frau, als Beschuldigte geführt (alle Stbg: Russ. Förderation). Davon befinden sich momentan vier Personen in Untersuchungshaft. Die Anzeigen lauten auf Gründung einer kriminellen Vereinigung sowie eines verbrecherischen Komplotts und Nötigung.

Die Wiener Polizei prüft und gleicht die Aufnahmen (siehe oben) mit den bereits gesicherten Daten ab. "Das Vorgehen in dem Video entspricht dem polizeilich bekannten Auftreten der 'Sittenwächter'. Ein Zusammenhang ist also sehr wahrscheinlich", heißt es seitens der Polizeipressestelle gegenüber "Heute". Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern, Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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