Es hätte das große Comeback-Märchen werden sollen. Lindsey Vonn startete in Cortina d'Ampezzo am Sonntag trotz ihres Kreuzbandrisses vor etwas mehr als einer Woche vor der Olympia-Abfahrt auf ihrer Lieblingsstrecke.
Die Gold-Jagd sollte zum Albtraum werden. Vonns Rennen wurde nach nur drei Toren jäh gestoppt. Vonn fädelte mit dem Arm in einem Tor ein, verlor nach einer Welle die Kontrolle und kam schwer zu Sturz. Die Jubelstimmung rund um die Führung ihrer Teamkollegin Breezy Johnson verstummte im Ziel sekundenschnell. Die Schmerzensschreie gingen sowohl vor Ort als auch über die TV-Aufnahmen durch Mark und Bein.
Für Vonn war das Rennen und wohl auch die Karriere mit Startnummer 13 nach 13 Fahrsekunden beendet.
Der Schock stand im Ziel nicht nur Kollegin Johnson ins Gesicht geschrieben. Vonns Papa Alan Kildow und Schwester Karin musste den Sturz und die offenkundig schwere Verletzung seiner Tochter inklusive Hubschrauber-Einsatz von der Tribüne aus mitansehen. Auch Rap-Ikone Snoop Dogg, für das US-Fernsehen vor Ort im Einsatz, beobachtete die dramatischen Szenen im Zielraum.
Das Rennen musste für den Hubschrauber-Einsatz direkt vor Österreichs Vize-Weltmeisterin Mirjam Puchner mit Startnummer 14 unterbrochen werden.
FIS-Präsident Johan Eliasch: "Es ist tragisch, aber das ist Skirennfahren."
Vonns Einsatz bei den Olympischen Spielen hatte im Vorfeld für Aufsehen gesorgt. Am abschließenden Weltcup-Wochenende erlitt die 41-Jährige in der Abfahrt von Crans-Montana einen Kreuzbandriss im linken Knie. Dass sie dennoch starten werde und ankündigte "110 Prozent" Einsatz geben zu wollen, sorgte auch für Kritik. Bereits letzte Saison hatte ihre Rückkehr mit künstlichem Kniegelenk (rechts) fünf Jahre nach ihrem Rücktritt den gesamten Skizirkus überrascht. Mit zwei Saisonsiegen im Weltcup meldete sie sich im Vorfeld der Stürze in Crans-Montana und nun Cortina aber eindrucksvoll zurück.
Mehr folgt.