Schmutziger Wahlkampf soll Brexit entscheiden

Der britische Premier Boris Johnson hat seine Neuwahlen bekommen. Doch entscheiden diese jetzt auch den Brexit - oder machen sie alles nur schlimmer?
Der Weg für Neuwahlen in Großbritannien am 12. Dezember ist frei. Premier Boris Johnson errang eine Mehrheit für seinen Neuwahltermin ("Heute.at" hat berichtet). Doch der Preis dafür ist hoch, könnte der nun beginnende Wahlkampf die Brexit-Pläne doch abermals komplett durcheinander bringen.

"Volk gegen Parlament"



Auch wenn die Konservativen derzeit in den Umfragen deutlich vor Labour liegen, bleibt für Johnson viel zu tun. Um die Wahl zu gewinnen und seinen sehr harten Brexit umzusetzen, muss er den größten Teil der Befürworter eines EU-Austritts hinter sich versammeln. Er wird deshalb einen äußerst populistischen Wahlkampf führen (müssen).



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bereits in den vergangenen Wochen wurde der 55-Jährige nicht müde zu betonen, dass es sich um eine Wahl "Volk gegen Parlament" ("people vs parliament") handle. Das Volk, das den Brexit endlich umgesetzt sehen will und von Johnson vertreten wird, gegen das elitäre Parlament, das ihn immer wieder verhindert.

"Brexit-Boris" in Umfragen vorne



Dennoch werden die Stimmen auf der Insel lauter, die vor den sozialen und gesellschaftlichen Folgen des EU-Austritts warnen. Unter dem Strich verliere jeder Brite auf mittlere Sicht etwa 2.500 Euro (2.000 Pfund) an verfügbarem Einkommen pro Jahr.



Für "Brexit-Boris" spricht, dass die Beliebtheitswerte des Labour-Oppositionsführer Jeremy Corbyn in der britischen Bevölkerung nicht gerade sehr hoch sind. Dennoch: Bereits Johnsons Vorgängerin Theresa May hat einen solche Vorsprung verspielt. Und was sich weder die Briten noch die restliche EU auf keinem Fall wünschen, ist ein erneutes Patt - und damit ein "Zurück an den Start" - im Parlament. Dann vielleicht doch lieber ein No-Deal-Brexit?

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