Die nackten Zahlen: Montag Mittag meldete das Gesundheitsministerium 1.012 Corona-Patienten. Den höchsten Anstieg gab es in Oberösterreich mit 57 Fällen gegenüber dem Vortag. In Wien wurden 21, in Niederösterreich 5 Neuerkrankungen gezählt. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kann strengere Corona-Maßnahmen "nicht ausschließen".
Die Zahlen seien "jetzt schon nicht sehr beruhigend", sagt Komplexitätsforscher Stefan Thurner zu "Heute". "Zur Zeit sind die Erkrankungen aber noch in kontrollierbarem Ausmaß", meint der Professor an der Medizinischen Uni Wien. Die Ausbreitungsherde könnten durch Abstand halten eingedämmt werden, "aber das fahren wir ja gerade wieder zurück".
Eine allgemeine Maskenpflicht sei noch nicht notwendig, meint Thurner. Es sei "zu früh, von einer zweiten Welle zu sprechen", so Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2017. Für Anti-Corona-Maßnahmen sei jetzt aber "eine sehr entscheidende Zeit".
Thurner hat eine Corona-Ampel erstellt, die bestätigte Corona-Fälle in Österreich bildlich zusammenfasst. "Mitte Juni waren auf der Ampel zwei Bezirke gelb. Jetzt sind es 17." Die Entwicklung gehe die falsche Richtung, warnt der Forscher, der Panikmache vermeiden will.
Der Innsbrucker Infektiologe Günter Weiss hält die Corona-Zahlen hingegen für "nicht besorgniserregend". Das Mitglied der Corona-Taskforce sieht "vermehrte Einzelfälle".